Sa, 7.5.2016 • Tag 1: HAM  ➟  Aire Maucomble, FRA (A28)


Am Vorabend des Abreisetages gelüstete es mich nach Pommes Frites. Doch statt den Herd anzumachen schaltete ich eine Herdplatte auf volle Stufe. Wer hätte gedacht, daß ein Küchenhandtuch so glimmen und qualmen kann? Immerhin weiß ich nun, daß die Rauchmelder funktionieren. Nur, wie bekommt man die Dinger wieder ausgeschaltet? Zudem lernte ich so meine (besorgten) neuen Nachbarn kennen.

Danach schaltete ich den Herd ein und ließ ihn dummerweise nur auf Oberhitze laufen. Dadurch verzögerte sich der Genuss der Backofenpommes um eine weitere Stunde.

Das fehlte auch noch. Am Tag vor der Tour die Bude abfackeln.



Um 13:41 fuhr ich zuhause los. Schnell noch ein Retourepaket zum Hermes-Shop, dann zum Geldautomaten und um 14:02 ging die Reise los. Kilometerstand 55212.

Um 16:39 gab es kurz hinter dem Autobahnkreuz A1/A30 die erste Pause. Und erster Einsatz der Kaffeemaschine auf dieser Tour.



Bei Eschweiler habe ich dann noch einmal den Tank aufgefüllt. Von der Preisexplosion, die inzwischen stattgefunden haben muß, habe ich leider anscheinend nichts mitbekommen. 1,269€ kostete der Liter.

Hatte doch gerade erst noch bei einem Euro rum gelegen. Ich sagte der Kassiererin, daß ich glatt vom Glauben abfallen würde und sie meinte, daß man die Preise noch mehr anziehen würde. Weil der Sprit ja jetzt so knapp sei.

Ist klar. Erst für 99 Cent Kampfpreis den Liter verkloppen, weil jeder Ölförderer damit dem anderen schaden will, und wenn dann die Leute wie blöde getankt haben plötzlich anziehen, von wegen wird knapp.



Die Gurkerei durch Belgien war öde und ereignislos. Nur ab und zu konnte man in den Tälern einige ganz hübsche Dörfer liegen sehen. Tatkräftig unterstützt vom Licht der untergehenden Sonne. Zum Glück weiß ich, daß Belgien weitaus mehr zu bieten hat, als die Autobahn.



Als ich nach Belgien reingefahren bin habe ich kaum etwas davon gemerkt. Plötzlich war man drin. Kein lästiges Runtergebremse auf 70 oder gar 40 Km/h. An der Grenze zu Frankreich wurden dann die Fahrspuren auf eine Spur reduziert und irgendwann fuhr man mit 30 Km/h an wartenden Polizeiwagen vorbei. Aber angehalten wurde ich nicht.



Wie schon vor drei Jahren, bei der Fahrt nach England und Schottland, habe ich noch mit Husten einer ehemaligen Erkältung zu tun. Komisch, daß mich das immer Anfang Mai erwischt. Bei meiner ersten Pause fühlte ich mich ein bischen durch und ich hatte die Pause herbeigesehnt.

Um 17:00 ging es weiter. Jetzt ist es 21:45, ich habe keine weitere Pause gemacht und hatte da auch kein Bedürfnis für. Ich teile so eine An-/Abreise in 3 Phasen. Am Anfang zieht sich das immer bei solchen Touren. Dann kommt die "Jetzt baller ich durch"-Phase. Gefolgt von der "Jetzt reicht es auch, kein Bock mehr"-Phase.

Ich werde heute fahren, was ich schaffe, dann muß ich morgen nicht mehr so viel fahren.

Jetzt flutscht es aber auch. So bei Köln rum war es etwas hasselig, seit dem Wechsel auf die A44 läuft es geschmeidig, in Belgien und Frankreich erst recht.

Eigentlich wollte ich so alle zwei, zweieinhalb Stunden Pause machen. Aber ich brauche im Moment keine. Und ich befürchte, würde ich eine machen hätte ich danach keine Lust mehr, weiter zu fahren. So fühle ich mich noch ganz fit.



Paris steht immer noch an den Richtungsschildern dran. Wäre auch eine Idee, aber ich habe ja schon die Fährtickets für Irland.



Auf der A29 auf dem Weg nach Amiens, das ich fortan aus Protest nur noch englisch ausspreche, kommt man an einer Mautstelle vorbei. Dort wirft man keine Münzen ein, so wie ich es dachte, sondern man zieht sich ein Ticket am Automaten. Ich dachte: "Okay, vielleicht scannen sie dein Kennzeichen und irgendwann bekommst du Post und das Ticket ist quasi deine Quittung".



Vor Amiens kam dann wieder eine Stelle. Ich fahre an den Schalter mit Bargeldsymbol. Die Frau im Kassenhäuschen streckt mir die Hand raus und spricht konsequent Französich mit mir. Ich reiche ihr das Ticket. Ich hatte während der Fahrt und bei dem Licht im Auto nicht lesen können, was auf dem visitenkartenähnlichen Ticket steht. Es hat einen Magnetstreifen, links oben in der Ecke ist es gelocht und es scheint 24 Stunden gültig zu sein.

Sie drückte auf einen Knopf und ich hatte €12,10 zu bezahlen. Zum Glück hatte ich Bargeld dabei, weil ich ja von den Mautstellen wußte. Dafür wurde ich in Amiens von einem Feuerwerk begrüßt. Als Entschädigung. Ist doch auch schön.



Kurz danach wieder eine Mautstelle, wieder ein Ticket ziehen. Als es dann an der nächsten Bezahlstelle ans Löhnen ging steuerte ich den Schalter mit dem Bargeldsymbol an. Es war aber niemand in dem Häuschen drin. Also die Kreditkarte gezückt. Hoffentlich fragt keiner nach der PIN. Ich weiß wie immer bei der Kreditkarte nicht, ob ich die richtige PIN dabei habe. Aber: Karte reinstecken, alles gut, gute Fahrt.



Auf dem französischen Rastplatz Aire Maucomble an der A28 endete die Fahrt dann kurz vor Mitternacht.


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