So, 22.5.2016  Tag 16: Dublin - Glencullen

Gähn, viertel nach vier, Sonntag Morgen.

Es ist kalt, alles ist klamm. Die Klamotten von gestern sind noch nicht ein Stück trockener geworden.

Mich hat es gestern Abend gegen neun komplett zerlegt, ich bin eingepennt und 7 Stunden später wieder wach geworden.

In meinem Hals hinten tut es weh. Mal schauen. Mir kam gerade in den Sinn, nachher einmal in die Innenstadt zu fahren. Am Sonntag kann man dort an einigen Stellen auch gebührenfrei parken. Das Ding ist, wenn ich irgendwohin mit der Tram in die Stadt juckel, bin ich im Zweifel wieder irgendwo am Arsch der Heide und muss nachher sehen, daß ich wieder zum Auto zurück komme.

Wenn ich mit dem Auto in die Stadt fahre könnte ich, nachdem ich fertig bin, mich gleich in Richtung Süden aufmachen.

In 2 Stunden klingelt der Wecker. Dann denke ich darüber nach.



Dublin, Dublin, Samuel-Beckett-Bridge Dublin, The Custom House Dublin, "The Linesman" am City Quay Ich bin über die Samuel-Beckett-Brücke gegangen. Jener, einer Harfe nachempfundenen, Brücke. Dann ein Stück weiter, um links abzubiegen.

Ich komme an Briefkasten vorbei und denke so: "Ach Gottchen, ich wollte doch noch eine Karte nach Hause schicken".

Also gehe ich wieder zum Auto zurück, schreibe die Karte und gehe wieder zum Briefkasten zurück um die Postkarte einzustecken und stelle fest: Kamera vergessen.

Ich könnte zwar mit dem iPhone fotografieren, aber für den Fall, daß einer bei mir einsteigt oder ich ein schönes Motiv finde, das ich auf ein Foto bannen möchte, wäre es natürlich besser, wenn ich die Kamera dabei hätte.

Also gehe ich wieder zurück und hole die Kamera. Es gibt hier in Irland häufig Schilder von wegen "Schmeiß deinen Müll nicht weg, Das kostet dich Geld". Es gibt extra Mülleimer, in die man seinen Kaugummi rein werfen kann.

Wer die Kacke seines Hundes liegen lässt riskiert ebenfalls eine saftige Strafe. Das würde ich mir für meine Straße zu Hause auch mal wünschen. Und dann wäre es schön, wenn die Leute auch erwischt würden. Da macht man ziemlich Bohei drum.

Aber trotzdem darf Jerry, nachdem er natürlich stundenlang sein Auto hat laufen lassen, mit seinem Generator im Anhänger hinten den Kärcher betreiben und völlig ungeniert mit Wasser und Reinigungsmitteln Häuser und Treppen abspritzen. Und die Schlotze die ganze Straße runter laufen lassen. Da sagt keiner was. Genau wie stundenlang das Auto laufen lassen.

Für ein paar Minuten lasse ich das Auto auch schon mal laufen, wenn ich zu Fahrtbeginn die ganzen Geräte einschalte, um meine Batterie zu entlasten.

Aber hier ist es völlig normal, sich 10 Minuten lang von Auto zu Auto mit Paul zu unterhalten und dabei das Auto laufen zu lassen. Oder sein Eis zu essen.



Dublin, Dublin, geschwenkte Samuel-Beckett-Bridge Wenn ich das richtig sehe soll die Samuel-Beckett-Brücke heute zwischen 14:00 und 15:00 Uhr geöffnet werden, um eine Seglerparade durch zu lassen.

Schauen wir mal. Sind ja noch fast 5 Stunden bis dahin. Sternchen



Ich glaube das markanteste Geräusch, das ich mit Dublin in Verbindung bringen werde, ist das Zap-Geräusch, das ertönt wenn die Fußgängerampel auf Grün springt.

So ein Fjupp oder Tjuu. Ja, Tjuu bringt es ganz gut auf den Punkt. Das hört man hier ständig, genau wie die Feuerwehr und Krankenwagen, Busse und alle Nase lang pfiept irgend eine Alarmanlage los. Und man sichert hier ja alles mit Alarmanlagen. Weshalb es entsprechend oft pfiept.

Wenn man das Geräusch der Ampeln das erste Mal hört und man steht genau neben der Ampel bekommt man fast einen Schrecken.



In Dublin baut man natürlich auch am Sonntag. Ist ja klar. Man schaft ja unter der Woche nicht viel wenn man nur rumsteht und Bier trinkt.

Ist herrlich, wenn du beim Essen im Supermac's bist und unter dir der Boden bebt, weil jener draußen vor der Tür mit zwei dicken Presslufthämmern aufgerissen wird.

Am Sonntagvormittag wohl gemerkt. Ich dachte immer, daß der Ire so katholisch wäre, daß er um diese Zeit in der Kirche sei.

Vielleicht waren sie aber schon im Frühgottesdienst und danach wieder zurück an die Arbeit gegangen. Oder vielleicht kommt auch der Baustellenpastor vorbei und nimmt eben schnell die Beichte ab und Brian mit dem Bagger spricht noch schnell drei "Vater Unser", bevor er den Bürgersteig in Trümmer legt.

Ich habe heute beim Supermac's das gleiche geordert wie gestern, dennoch war es anders. Ein anderes Brot und die Papierumwicklung war anders aufgeschnitten. Obwohl es der gleiche Laden war.



Ich bin wieder auf dem Weg zurück zum Auto. Vorher war ich noch in der Jervis Street. Ich hatte da ein Schild gesehen. Und ich bin auch noch bei McDonald's vorbei gelaufen.

Da hatte ich mir schon am Morgen einen Kaffee raus geholt. Jetzt gab es noch einen zweiten zum Abschluss. Das hat sehr gut getan. Nun geht es zum Auto. Wehmut macht sich breit.



Bei Dublin, an der Küste Bei Dublin, an der Küste So, auf dem Weg von Sir John Rogerson's Quay, durch die Lime Street, irgendwann links abbiegen und Richtung Osten kommt man an am Hanover Quay vorbei, beziehungsweise kann man ihn von der Pearse Street aussehen. Da war auch eine Menge los. Es sah nach einer sehr schönen und interessanten Gegend aus. So eine Art Marina, in der Boote liegen.

Wenn man der R802 weiter folgt kommt man irgendwann an einem richtig breiten Strand vorbei. Hinten, irgendwo auf dem Meer, liegen Schiffe. Das Wasser hat sich sehr weit zurückgezogen. Ein richtig langer Strand direkt vor der Haustür der Dubliner.

Eine sehr schöne Küstengegend, an der man auf der Straße entlangfährt. Auf dem Navi sieht es aus als wäre man einige Kilometer vom Wasser weg, aber wahrscheinlich hat man das Watt als Land angesehen. In Wirklichkeit ist man eigentlich nur durch einen 10 Meter breiten Grünstreifen mit zahlreichen Sitzbänken vom Strand getrennt. Auch hier ist eine ganze Menge los.

Mir gefällt die Gegend. Das hätte ich mal vorher wissen sollen. Es gab nun doch einige Ecken, die ich nicht kannte. Weder den Hanover Quay noch den Strand. Von denen ich in keinerlei Berichten vorher gehört oder gelesen habe.



Sternchen Die Brücke wurde auch geöffnet. Aus dem Straßenbelag werden, wie auf dem Bild zu sehen, Sperren hochgeklappt. Vorher wird alles mit Flatterband abgesperrt. Die Brücke, die auf einem Drehgelenk gelagert ist, klappt zur Seite und die Schiffe können durchfahren.

Jedoch kamen trotz Ankündigung keine Schiffe. Nur ein einzelnes Ruderboot. Eventuell wurde die Parade auch abgesagt, weil es offensichtlich Probleme beim Öffnen gab und die Brücke erst weit nach 15:00 überhaupt erst offen war.

Einige Jungen in Neoprenanzügen nutzten die Gelegenheit, immer wieder vor zahlreichen Zuschauern von der Brücke ins Wasser zu springen.



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