Mi, 25.5.2016  Tag 19: Arklow - Kilkenny


Die Musiker hörten auf zu spielen. Ich applaudierte. Sie fragten mich, ob ich ihre Musik mögen würde. Ich sagte: "Nein! Ich liebe nur die Stille".

- Deutscher Freiheitscamper, 2016



In Arklow am River Avoca In Arklow am River Avoca Es war schon gestern Abend ziemlich windig und zudem kühl geworden und auch heute, an meinem letzten vollständigen Tag in Irland, weht ein ziemlicher Wind und es ist kühl.

Allerdings kommt die Sonne ein wenig hinter den Wolken hervor. Ich habe in aller Ruhe gefrühstückt. Heute werde ich ein bisschen über die Dörfer juckeln.

Vielleicht bin ich heute Abend wieder in Kilkenny. Ich weiß es noch nicht. Mal sehen, ob ich dazu Lust und Laune habe. Von wo ich dann morgen aus zum Fährhafen fahren würde.

Ich muss gleich noch mal nach den Unterlagen schauen für die Fähre. daß ich die schon gleich griffbereit habe. Aber, es klappt ja auch meistens ohne die ausgedruckten Papiere. Mal sehen, was der Tag bringt.



Der kreative Kopf, der hier unten in Arklow am Kai aus Euro-Paletten, aus Brettern Bänke gebaut hat, aus Autoreifen Figuren und aus alten Plastiktonnen irgendwelche Figuren aus Doctor Who, dem würde ich auch zutrauen, daß er hier alte Kunststoffboote mit Blumen bepflanzt hat.

Diese Figuren sieht man nicht nur in Arklow, sondern auch noch in anderen Ecken der Gegend.

Mit diesem Menschen habe ich gestern kurz gesprochen und meinte so: "Ah, er sei hier der kreative Mensch, der das alles hier gestaltet!" und ich hatte morgens gesehen, daß er so eine Plastiktonne braun angemalt hatte. An die er CDs anbrachte. Und das war nach seinen Angaben dieses Ding aus Doctor Who. Ein Roboter oder so etwas.

Ja, sein neues Werk scheint fertig zu sein. Ich muss gleich mal ein Foto davon machen. Er hat natürlich gleich in seinem Heimatdialekt losgeledert. Ich habe es größtenteils verstanden. Aber, Junge, Junge! Das ist schon sehr anstrengend teilweise.



Ich muss ja mal sagen, daß Arklow es in mein Herz geschafft hat, ohne großartiges geleistet zu haben, aber der Platz war gut, die Menschen haben einen Ruhe gelassen, nettes kleines Städtchen.

Ja, hat alles gepasst und wenn ich jemals noch mal nach Irland wiederkommen sollte, dann ist Arklow in jedem Fall auf meiner Liste mit drauf von Orten, wo ich noch mal wieder hinfahren wollte.

Wo hingegen es andere Orte gibt, wo ich sagen würde, daß ich hier nicht noch einmal wieder hin müsste. Arklow hat es geschafft, daß ich mit sehr positiven Gedanken hier wegfahre. Sogar mit etwas Traurigkeit. Schade. Ich hab's gemocht.

Und wenn mich einer fragen würde: "Würdest du gerne für ein Jahr nach Arklow gehen?", dann würde ich sagen "Ja!". Und selbst wenn es scheiße sein sollte, das eine Jahr bekommt man schnell rum.



Ich sehe so etwas auch zum ersten Mal. Draußen beim Tesco gibt es an einer Außenwand zwei Waschmaschinen. Eine für 18 Kilo Wäsche, die dann acht Euro kostet. Und eine für acht Kilo Wäsche, die vier Euro kostet. Dazu gibt es dann noch einen Trockner, der für zwei Euro zu haben ist.

Eigentlich ist es ja ganz lustig. Während man einkauft läuft draußen die Wäsche. Wenn du zu Hause keine Waschmaschine hast oder als Reisender wie ich. Wenn man weiß, daß da eine Waschmaschine ist, kann man ja seine Wäsche mitnehmen. Und dann hat man für zum Beispiel sechs Euro frisch gewaschene Wäsche und muss nicht wie ich 25 Unterhosen mit auf die Tour nehmen. Von wegen jeden Tag frische Wäsche.

Beim Tesco auf dem Scheißhaus gab es dafür kein Klopapier. Das ist auch unglaublich lustig. Meine Devise ist ja: "Kuck erst, ob Klopapier da ist". Daran habe ich diesmal nicht gedacht. Yo! Scheiße!



Habe ich am Anfang der Tour viele Franzosen gesehen und ganz wenig Deutsche, hat man hier in Kilkenny das Gefühl man sei in Stuttgart. Hier wird hauptsächlich Deutsch mit Dialekt gesprochen. Kaum, daß man einen englischsprachigen hört und die Anzahl der deutschen Wohnmobile, die ich in den letzten Tagen gesehen habe, hat deutlich zugenommen.



Das lustige ist ja, ich habe meinen Fleecepullover mit der Norwegen-Flagge drauf an, wo auch der eine oder andere schon mal drauf geguckt hat und mich wahrscheinlich für ein Norweger gehalten hat. Das ist witzig, weil ich damit sozusagen unter falscher Flagge unterwegs bin,



Im Park von Kilkenny Castle Kilkenny, Black Abbey Ich stehe hier in Kilkenny fast wieder auf dem gleichen Stellplatz wie beim letzten Mal zum Anfang der Tour.

Und ich sehe auf dem Sportplatz links von mir einen kleinen Knirps mit seinem Vater Fußball spielen, welcher natürlich auch nicht unbedingt in die Ecke hüpft wenn Junior aufs Tor schießt.

Und ich dachte nur so: "Vor 30 Jahren habe ich noch Fußball gespielt. Und bin in die Ecken gehüpft, soweit ich das konnte".

Und heute? Oh Gott! Ich würde zwar hinfallen, aber nicht wieder aufstehen. Und das ist erst 30 Jahre her. Naja.

Ich bin noch mal ein bisschen durch Kilkenny getigert. Habe noch ein paar Sachen entdeckt, die ich vorher noch nicht gesehen hatte. Zum Teil freiwillig, zum Teil unfreiwillig.

Es ist jetzt kurz vor fünf. Ich bin wieder zurück am Auto, hmm. Mal sehen, vielleicht werde ich noch ein bisschen in die Stadt gehen, dann zum Auto zurückkehren, mir etwas zu essen machen und dann kann der Tag auch gerne zu Ende gehen. Dann fahre ich morgen ganz gemütlich Richtung Rosslare.

Ich bin heute von Arklow über Woodenbridge, Aughrim, und Tinahely nach Carlow gefahren. Dort aber mehr oder weniger durchgefahren, weil es mich nicht wirklich angesprochen hatte und ich auch keine Infos über die Stadt hatte.

Allerdings war es ganz schön, dorthin zu fahren. Eher von der Landschaft her als von den Straßen. Und dann hatte ich das Schild Richtung Kilkenny gesehen und dachte mir, das es auch egal ist, ob ich in die eine Richtung fahre oder die andere. Und in Kilkenny kannte ich mich ja sogar schon ein bisschen aus. Ich wusste, daß ich hier auf meinem Parkplatz günstig parken kann, wenn man denn einen leeren Stellplatz findet.

Und ich habe in der Tat mal wieder den letzten erwischt. Auch beim letzten Mal hatte ich zuerst einen Platz erwischt, an dem sehr viele Äste runterhingen, die am Autolack kratzten. Ich bin dann ein paar Plätze vorgezogen als dort frei wurde. Und auch dieses Mal müsste ich zuerst an der gleichen Stelle mit den Ästen gestanden haben und dann bin ich wieder nach vorne auf einen anderen freien Platz gefahren. Und ich denke, es ist der gleiche Platz wie beim letzten Mal.

Inzwischen hat sich der Platz etwas geleert. Allerdings könnte ich auf den anderen Plätzen nicht stehen, weil ich sonst im Zweifel morgen nicht wieder dort herauskomme und wegfahren kann.

Ich bin ein wenig am Wasser am Kanal längst gegangen um dann festzustellen, daß ich auf der Rückseite vom Schloss bin. Weshalb ich dann noch ein bisschen durch den Schlosspark spaziert bin. Danach bin ich noch durch die Innenstadt gegangen.

Die Baustelle unten in der Highstreet Ecke St. Kieran's ist fertig. Wobei die Highstreet an der Stelle, glaube ich schon Parliament Street heißt.

Und getreu dem Motto "Willste eins, haste keins" war ich auf der Suche nach einer Eistüte. Sprich ein Softeis. Oder Kugeleis. Aber es war nichts zu finden. Ich hätte vielleicht die Cafés abgrasen und nach Eis fragen können. Eine Eisdiele habe ich nicht sehen können. Es kam jemand mit eine Eistüte in der Hand entgegen. Den wollte ich eigentlich erst verhaften und fragen, wo er denn das Eis her habe. Aber da das Eis noch sehr frisch aussah dachte ich mir, daß hier irgendwo in der Nähe eine Eisdiele sein musste. Ist aber vielleicht für die Figur besser. Na gut, dafür trinke ich jetzt eine Cola und esse eine Schokolade.



Als ich gestern Abend noch in Arklow mit dem Auto unterwegs war, kam ich in eine Straße, wo ich bergabfahren wollte. Auf der rechten Seite standen zahlreiche Autos und mir kamen auch einige entgegen. Unter anderem ein Franzose. Und keines dieser Autos ließen mich durchfahren, obwohl ich Vorfahrtsrecht hatte, denn schließlich hatten die das Hindernis auf ihrer Straßenseite.

Nur war ich mir nicht sicher, ob ich nicht vielleicht gerade gegen eine Einbahnstraße fuhr. Was ja immer ein wenig schwer zu erkennen ist, da man, wie auch in Großbritannien, entgegengesetzt der Fahrtrichtung auf beiden Seiten sein Auto abstellen darf.

Stünden auf beiden Seiten der Straße die Autos in nur eine Richtung, nämlich meiner Fahrtrichtung, wäre es einfacher zu erkennen, ob man gerade in die richtige Richtung fährt.

Wenn die Autos auf beiden Straßenseiten stehen und dann auch noch in jede Richtung, in die sie gerade wollen, ist das schon ziemlich verunsichernd.

Denn oftmals verwendet man hier ja nicht das bekannte rot-weiße Schild, das einem sagt, daß man hier nicht in die Straße rein fahren darf. Man malt hier nur am Anfang einer Einbahnstraße die "NO ENTRY"-Buchstaben auf den Asphalt, wenn man damit anzeigen will, daß von dieser Seite aus kein Auto in die Straße hineinfahren darf.

Dafür gibt es auch am Anfang der Einbahnstraße kein Schild, das einem sagt, daß dies hier eine Einbahnstraße ist.

Man muss sich überhaupt daran gewöhnen, daß viele Informationen auf dem Asphalt stehen. Zum Beispiel die Bezeichnung einer Autobahn oder einer Schnellstraße und dann noch vielleicht der Name einer Stadt oder die Richtung, in die diese Straße führen wird.

Mittlerweile habe ich den Linksverkehr eigentlich sehr gut drauf. Da gibt es eigentlich keine Probleme. Aber ich habe ja noch einen Tag. Ganz am Anfang, beim Hooks Lighthouse, habe ich ja ein wenig weiter rechts angesetzt beim losfahren. Das würde ich aber nicht als auf der falschen Straßenseite gefahren bezeichnen wollen.



Es gibt recht viele Schlachter in den Städten. In Kilkenny läuft dann schon mal der Butcher von der einen Straßenseite, wo wahrscheinlich sein Kühlhaus ist, mit so einem halben Schwein am Haken, nein, eher nur ein Stück vom halben Schwein, über die Straße zu seinem Laden.

Was es noch mehr gibt sind Barber Shops. Gar nicht mal so sehr Gerda's Styling StudioSternchen, sondern der Barbier, der klassische Friseur. Mit einem sehr hohen Anteil von Männern als Barber, aber eben auch als Kunde.



Sternchen Extra mit Deppenapostroph geschrieben.


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