Do, 26.5.2016  Tag 20: Kilkenny - Rosslare

Diverse Kreise schließen sich im Moment. Zum einen endet meine letzte Nacht wie auch die erste Nacht in Kilkenny. Und auch da hatte es am Morgen angefangen zu regnen so wie auch jetzt gerade. Von daher hört es so auf, wie es auch angefangen hat.

Und auch hier gibt es einen suizidalen Vogel, der meint, mir genau vor die Windschutzscheibe fliegen zu müssen. Aber gefühlt wird alles durch meine Windschnittigkeit direkt übers Auto gesaugt, so wie seinerzeit in Norwegen der Schneegrisel, der meine Windschutzscheibe gar nicht erst berührte, sondern gleich übers Auto geschlotzt wurde. Ich hoffe mit dem Vogel ist das gleiche passiert. Ich habe zumindest hinter mir nichts herunterfallen sehen.

In den ersten Tagen, wo ich hier war, hat auch so ein blöder Spatz oder etwas ähnliches gemeint, auf den letzten Drücker los fliegen und dann vor meinem Auto rumeiern zu müssen. Was irgendwann darin endete, daß es "Bopp" machte und das Tier an meine Windschutzscheibe getitscht ist. Tja, kann ich auch nix für.

So, letzte Nacht auf dem Parkplatz verbracht. Jetzt geht es zur Fähre. Hmm, ich finde es heftig, wie viele Hunde hier in der Gegend rumstreunen. Herrchen- und dämchenlos.

Es geht jetzt nach New Ross. Auch eine Station am ersten Tag gewesen. Da werde ich beim Tesco auf dem Parkplatz kurz einmal Zwischenstopp machen. Ich werde das Auto vorbereiten, betanken und den Rucksack fertig machen. Dann muss ich das nicht mehr im Hafen machen. Ich weiß ja nicht, ob ich dafür dann überhaupt die Zeit habe.

Außerdem noch einmal so eine Art Abschieds-WLAN schnorren. Und dann langsam Richtung Rosslare. Ich werde kein Risiko mehr eingehen und noch weiter ins Landesinnere fahren.

Natürlich hatte ich gestern auch wieder einen meiner Freunde, einen Treckerfahrer samt Gefährt vor mir. In Kilkenny stelle ich mit Erstaunen fest, daß man sich manchmal relativ schnell in einer fremden Stadt auskennt und weiß: "Ach hier muss ich ja rechts abbiegen wenn ich da und da hinkommen will".

Ich werde in Irland meinen Tank voll machen und nicht in Frankreich, denn ich meine, daß in Irland der Sprit billiger ist. Wenn ich es richtig erinnere hatte auch Bob davon gesprochen, daß in Frankreich der Sprit teurer sei.

Was auf dieser Tour nicht weggegangen ist ist der Husten. Aber das kenne ich. Nach einer Erkältung habe ich normalerweise wochenlang noch Husten. Die Erkältung Symptome als solche sind langsam verschwunden. Es fühlt sich insgesamt besser an.



So, es ist kurz vor fünf. Ich bin schon seit einiger Zeit im Hafen von Rosslare. Ich stehe in einer Schlange vor mehreren Durchlässen zum Check-In. Zwei davon sind mit der Beschriftung CLOSED versehen. Bei einem läuft ein Laufband durch und vor dem stehen auch alle Autos. Ich auch. Mal schauen, was das wird. Aber Platz wird auf der Fähre für mich wohl sein.

Ich stand noch ein wenig am Rosslare Strand, bin dann aber hier zum Hafen herüber gefahren weil es letztendlich egal ist, wo ich warte. Und so stehe ich halt schon in der Schlange, bevor die anderen kommen, krrrr.

So langsam geht die Tour zu Ende, zumindest was Irland betrifft.

In der Schlange stehen einige deutsche und auch ein Dubliner. So langsam kann man die Damen und Herren ja schon ein bisschen bestimmen, anhand ihrer Kennzeichen

Ich hätte natürlich noch irgendwo 1 oder 2 Stunden stehen, aufs Wasser oder auf Palmen schauen können, aber ich tendiere dann doch stets dazu, zum Hafen zu fahren und zu sagen: das war's und das ganze nicht weiter in die Länge zu ziehen, denn der Abschied kommt sowieso irgendwann und dann mache ich lieber einen harten Schnitt.

In 3:30h soll das Schiff ablegen. Ich weiß nicht, wann die Tore aufgehen. Ich finde es sehr lästig, daß man keine Information darüber bekommt.

Ich weiß nicht, ob das mit irgendwelchen neuen Bestimmungen zu tun hat, aber ich kenne es eigentlich so, daß man zum Check-In gefahren ist, eingecheckt und dann eine Spur angesagt bekommen hat, auf die man sich dann stellt. Und dann wartet man halt so lange, bis man aufs Schiff gewunken wird.

daß man erst mal vor einer verschlossenen Tor beim Check entsteht erlebe ich auf dieser Tour auch zum ersten Mal. Allerdings ist das späteste Eintreffen zum einchecken 30 Minuten vor Abfahrt. Vielleicht ist man hier schneller oder dann nicht so ..hümpf.. gründlich bei der Zollkontrolle, wie auf der französischen Seite.



Und wo ich hier so stehe und zufällig auf meinen Tacho schaue sehe ich, daß ich bis zu diesem Zeitpunkt genau 3999 km gefahren bin. D.h. wenn ich auf die Fähre fahre habe ich 4000 km hinter mir.



Wenn es in Cherbourg auch ungemein genervt hat, daß man ständig von einem Punkt zum anderen fahren und warten musste, ist es in Rosslare so, daß man durch ein Tor fährt, egal für welche Fährlinie man gemeldet ist, und dann irgendwie verteilt wird.

Wobei ich langsam ein System erkenne, denn auf einigen der Spuren ist Irish Ferries aufgemalt. Auf anderen steht nur ein P, was wahrscheinlich für Pembroke Ferry steht, die letztendlich auch eine Irish Ferry ist.

Um mich rum stehen noch ein paar Stena Line-Autos. Und es ist jetzt 18 bis 20 Minuten, bevor die Fähre abfahren soll.

Auf unserer Seite ist bislang aber noch keiner losgefahren. Ich habe einmal nachgefragt, wann das Boarding denn starten soll und man sagte mir: "Das läuft doch schon!"

Und ich wurde gefragt ob ich denn ein Auto oder einen Campervan fahren würde und ich sagte einen Campervan und bekam zur Antwort, daß diese als letztes dran wären.

Es flackerten hier zahlreiche Anzeigen durch, die aber nie irgend etwas mit der Stena Horizon zu tun hatte, mit der ich fahren werde. Man bekommt also keinerlei Informationen.

Hier schleichen fünf Katzen müde durch die Gegend, die sich hin und wieder mal jagen. Damit sind sie wesentlich aktiver, als die Menschen, die hier die Autos einweisen. Die stehen in 50 m Entfernung und winken dann irgendwann mal.

Links neben mir stehen schon wieder neue Fahrzeuge Von Irish Ferry und ich frage mich, ob ich überhaupt auf der richtigen Spur stehe. Aber es ist eben genau diese Spur, die auch auf meinem Zettel steht, den ich bekommen habe. Und wenn man 15 Minuten vor Abfahrt der Fähre immer noch vor den Toren steht, dann kommt man schon einmal ins grübeln.

Die Einweisemenschen stehen da hinten und unterhalten sich.

In Cherbourg wurde man ja schon aufgeteilt auf die richtige Fährlinie und ist dann dort durch die Check-Ins gefahren. Während man hier durch ein gemeinsames Check-In-Tor fährt und dann erst auf 20 Spuren aufgeteilt wird. Sternchen

Es gibt eine Information darüber, daß morgen früh ein Schiff abfahren wird und daß das Boarding um 8:00 Uhr morgens stattfinden wird, da die Abfahrt um 9:00 Uhr sein soll.

Das ist in einem halben Tag, in 12 Stunden. Welcher Idiot wird jetzt schon hier sein, die Nacht verbringen und auf seinen Einlass zum Schiff morgen früh warten?

Ich denke mal, daß sich die Abfahrt der Horizont, wenn sie es denn ist, sich eh noch verzögern wird, denn ich sehe da hinten immer noch Autos auf die Fähre fahren. Ist ja auch kein Wunder wenn man die scheiss Tore so spät aufmacht.

Da muss der Kapitän wohl mal den Hebel auf den Tisch legen, damit er noch rechtzeitig in Frankreich ankommt. Denn eigentlich sollen wir in 11 Minuten ablegen.



Ja, das muss ein italienisches Schiff sein. Die ganze Boarding-Geschichte scheint mir sehr italienisch zu sein. Hier stehen einige sogar rückwärts auf der Fähre und ich frage mich, wie die nachher wieder vom Schiff runter kommen sollen.

Man kann halt bei dem Kutter nicht vorwärts auf Schiff rauf und vorwärts wieder runter da es nur eine Ladeluke gibt, und die ist vorne. Da, wo man auch rein fährt. Das ist extrem dämlich.

Während dessen rangieren hier noch einige LKW rückwärts. Naja.



Sternchen Es tut mir leid, daß ich mir hier ein wenig lang darüber auslasse, wie es beim Check-In vor sich ging oder eben auch nicht. Aber ich habe ein solches Prozedere vorher auch noch nie erlebt und in diesem Augenblick hat es mich einfach extrem genervt, da es einfach unglaublich verunsichert, wenn man überhaupt nicht weiß, ob man auf der richtigen Spur, vor dem richtigen Schalter zum richtigen Schiff ist und es einfach mal an Informationen mangelte.


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