Mi, 11.5.2016 • Tag 5: Cork  ➟  Kenmare


"Eine Überschwemmung am Morgen bereitet Kummer und Sorgen!"

- Deutscher Freiheitscamper, 2016



Cork, Denkmal Cork bei Nacht am River Lee Cork am River Lee Cork, The Firkin Crane Building Cork am River Lee Außer den Parkplätzen, für die man ab 8:30 bezahlen muss, wie auch immer man das machen soll, habe ich hier in Cork nur Plätze gesehen von Hotels, wo parken stolze 3€ die Stunde kostet, oder Parkhäuser, die genau wie die Hotelparkplätze für mein Fahrzeug zu niedrig sind.

Von daher war meine Überlegung, daß ich mir morgens um 6:00 den Wecker stelle, mich auf den Weg ins Zentrum mache, in dem ich mehr oder weniger schon parke, und bis 8:30 die Stadt erkunden werde. Belebt ist es ja schon. Die Geschäfte haben zwar noch nicht auf, aber das macht nichts.

Es ist natürlich diesig, das ist klar. Immerhin regnet es nicht und ich halte das für einen sehr großen Fortschritt.



Ich finde es unheimlich irritierend wenn überall auf dem Asphalt Busspur steht. Von den Engländern weiß man ja, wie pissig die sind, wenn man auch nur einen Meter mit dem PKW auf der Busspur fährt. Da kriegt man gleich so richtig einen auf den Deckel.

Und jedesmal, wenn hier plötzlich BUS LANE auf dem Asphalt auftaucht, bekomme ich erst einmal einen Herzkasper.

Und dann taucht wieder ein Schild auf, das einem sagt, daß man auf der Spur fahren darf und auch muss, wenn man abbiegen will. Irgendwie scheint es keine ausschließliche Busspur zu sein. Ich verstehe es nicht.



Mein Plan, um 6:00 aufzustehen, in die Stadt zu tigern und um 8:30 wieder am Parkplatz zu sein und diesen zu räumen wegen Parkgebühren ab 8:30, erwieß sich als absolut brilliant.

Cork ist durchaus eine Stadt, die man sich erlaufen oder erwandern kann. Teilweise sehr hügelig. Da geht es wirklich rauf und runter.

Man kann natürlich noch mehr sehen, noch mehr machen, wenn man hier noch eine Kathedrale, da noch eine Kirche anschaut. Ich für meinen Teil finde, daß ich alles gesehen habe, was ich auf dem Zettel hatte.

Um 8:25 war ich wieder am Auto. Und jetzt geht es nach Old Head.



Ich stehe hier vor dem Tor des Old Head Golf Clubs. An dem Tor steht dran Members & Guests. Und zusätzlich steht da ein Hoschi mit seinem Klemmbrett. Die Leute, die hier herkommen, brettern die Straße ganz schön runter. Vielleicht ist das ein Zeichen, daß man Mitglied ist. Oder es ist gängige Praxis, daß man auf den Menschen am Tor zurast und er bekommt Angst und macht es auf.

Jedenfalls ist es so neblig, das man wahrscheinlich nichts sehen würde. Ich erkenne im Moment von meinem Standort, 100 Meter entfernt, nicht einmal mehr das Tor, weil der Nebel hier gerade ruberzieht. Da fragt sich, was man an der Landspitze mit dem Leuchtturm ohnehin sehen würde.

Und ich habe auch gar keinen Bock darauf, mich mit dem Tor-Schergen von dem Snob-Golf-Club rumzuärgern, der der Meinung ist, die Öffentlichkeit von einer ganzen Spitze einer Landzunge auszusperren und diese für sich zu beanspruchen, weil sie dort ihren verschissenen Golf Course haben.

Stattdessen gab es Frühstück. Ich habe festgestellt, daß man die Tikka-Chicken-Slices von Tesco ganz wunderbar auf dem Gaskocher warmmachen kann und das auch recht gut schmeckt.

Ich kannte sie bislang nur kalt aus der Packung, bzw. habe ich 2013 eine Packung mit nach Hause genommen und im Ofen erwärmt. Man kann sie kalt essen, aber irgendwann kann man es dann auch nicht mehr sehen. Aber auf dem Gaskocher, mit 'nem Käffchen und 'ner kleinen Überschwemmung... Aber so eine Jeans trocknet ja auch wieder.

Gleich geht es weiter nach Ballinspittle und der dortigen Grotto.



Ballinspittle Grotto Ballinspittle Grotto Ich muss bei Grotto jedes mal an Giotto denken und frage mich immer: "und was ist mit Tee?".

Ich finde es ja erstaunlich, daß ein so schwerst katholisches Land wie Irland schon so viel mitgemacht hat. Mit Kartoffelfäule, Hungersnöten und haste nicht gesehen.

Wo man sich fragt, ob das, was dieser Gott da oben alles vor hat, so richtig ist. Aber sicherlich hat man als ausgebildeter Katholik für alles eine Antwort. Das sind dann Aufgaben, die man schultern muss und die nie größer sind, als man bewältigen könnte.

Und dann denkst du so: "Meine Fresse, warum geht es eigentlich immer genau den Ländern so beschissen, die den ganzen Tag fleißig am beten sind oder irgendwelchen Göttern huldigen?"

Bei denen es Naturkatastrophen gibt und Armut und Terror. Ist das auch etwas, was deren Götter so wollen? Daß es eine Prüfung ist und man an Seuchen verreckt? Da bekomme ich immer einen Hass.

Diese Grotto von Ballinspittle wurde 1954 erbaut weil wohl jemand eine Marienerscheinung hatte.

Hmm, im Zweifel hatte er auch nur ausreichend vom einheimischen Whiskey genossen. Da habe ich dann auch immer merkwürdige Erscheiningen.



Nach Ballinspittle ging es auf der R600 weiter. Immer schön am Wasser lang. Eine echt geile Landschaft. Wirklich schön. Die Straßen jedoch nicht. Das sind ziemliche Buckelpisten. Und für den, dem es noch nicht aufgefallen ist, daß alles klappert und man durchgeschüttelt wird, zeigen auch Schilder an, daß die Straßenoberfläche beschädigt ist.



Die Fahrt auf der N71 ist anstrengend. Das muss ich mal ganz ehrlich sagen. Insgesamt finde ich das Fahren, sofern man nicht auf einer Autobahn unterwegs ist, wo es sich wirklich sehr geschmeidig fahren läßt, sehr anstrengend. Weil dich die Straßen permanent durchschütteln. Da gibt es nicht eine Strecke, wo es dich mal nicht für einen Meter durchrüttelt und es mal nicht überall im Auto klappert und wackelt.

Dann stehen unfaßbar viele Schilder an der Straße. Nicht nur Geschwindigkeitsschilder, sondern auch Warnschilder vor versteckten Einfahrten, hier ein Werbeschild für den Campingplatz, da eines für ein Bed&Breakfast. Hier was, da was. Richtungsschilder in zwei Sprachen, macht bei 4 Ortsnamen in 2 Sprachen 8 Zeilen auf dem Schild.

Das ist alles zusammen mit dem Zustand der Straße sehr fordernd und sehr kräftezehrend.



Und ich fühle mich so wie in Norwegen am Ende der Tour. Wo man die ganzen Bergstrecken fährt und ich fühle mich jetzt schon nach drei Tagen so. Weil man permanent durchgerüttelt wird. Dann kannst du 100 fahren auf Strecken, da fahre ich 60. Ansonsten wäre mir das schon viel zu heftig. Mit 100 Km/h würde es mich so dermaßen durch die Gegend werfen. Normalerweise würde ich auf einer normalen Landstraße die Höchstgeschwindigkeit fahren.

Aber das hier sind keine normalen Straßen. Und dann kommt da ein Schild oder auch auf der Straße aufgemalt und zeigt an SLOW. Ja, dann machst du slow, aber dann musst du erstmal voll in die Eisen latschen, weil eine Kurve kommt. Die hat aber keiner mal vorher angekündigt. Und auch keine Info von wegen "Fahr mal 50 oder 70, dann ist das okay". Nö, da steht dann einfach nur SLOW. Das kann bedeuten kurz mal anbremsen und durch die Kurve fahren oder eben hart auf die Bremse steigen und zusehen, daß du die Karre zum stehen bekommst. Ansonsten fliegst du aus der Kurve. Und das ist physisch und psychisch sehr anstrengend.

Ich bin komplett durch und ich vertrage eine Menge. Ich bin gleich in Skibbereen. Da werde ich erstmal Pause machen.



Wenn ich das nächste Mal in Deutschland über eine nicht so gute Straße schimpfe, denke ich einfach an die N71 in Irland und schon wird mir die Straße erscheinen wie eine topfebene, mit Gold gepflasterte Straße. Zur Entschädigung gibt es jedoch auch so manche schöne Ansicht.

Und als wäre der Straßenbelag nicht schon schlimm genug kommt man, wenn man nicht aufpasst, ständig auf die Katzenaugen in der Mitte und am Rand der Straße, was einen auch irgendwann noch mal killt.



Auf der N71 Auf der N71 vor Bantry Es ist ja nicht nur so, daß einen die N71 umbringt. Auch die Idee, durch Skibbereen fahren wollen, war auch nicht so clever. Auf der N71 quält man sich noch durch Banshel durch. Vor dem Ort ein schöner Ausblick auf die Landschaft. 1A mit Sternchen.

Apropos: ich sah in Deutschland an der Autobahn A1 ein Schild mit dem Werbespruch "1A an der A1". Wer da in der Marketingabteilung sitzt hat auch den Schuss nicht gehört.

Super Aussicht also vor Banshel, dann juckelt man durch den Ort, der recht eng ist. Ich nehme jetzt Glengarriff in Angarriff, äh.. Angriff. Ich hoffe, dort ein wenig Pause machen und stehen zu können.

Ich bin gerade ziemlich fertig. Bedingt durch Husten und Kopfschmerzen und Erkältung.

Mein Husten heute morgen klang wie der eines Lungenkranken im Endstadium.

Und so fühlt sich das auch an. Wenn ich zu Hause bin lasse ich mich erst mal auf die Liste für eine Lungentransplantation setzen.

Oder ich fange an, professionell zu rauchen. Dann hat man während der Arbeitszeit auch mehr Pausen.

Meine Füße tun weh. Das liegt aber wohl an den Wanderstiefeln, die ich seit heute morgen anhabe.

Nicht, daß das so wird wie bei der SCO2013-Tour, wo meine Archillessehne wegen des ständigen Bremsens und Gasgebens gereizt war und so stark schmerzte, daß ich kaum laufen konnte und vor Schmerzen zitterte und husten musste. Bei starken Schmerzen muss ich komischerweise immer husten. Aber das ist heute nicht so schlimm.

Mein Tip für alle, die solo reisen oder der einzige Fahrer sind: nehmt euch nicht zu lange Strecken vor. Weil das Fahren hier für mein Empfinden sehr anstrengend und anspruchsvoll ist. Wenn man meint, man schafft da locker 400 Kilometer am Tag, sollte man nochmal umdenken. Die 160 Km bislang fühlen sich an wie 800.



Auf der N71 bei Glengarriff Hinter Glengarriff hat die Natur ja mal richtig 'ne schöne Landschaft in die Gegend gestellt. Pyramidenartige Berge und bei O'Sullivans ein Felsen im Garten. So ein bisschen wie in Schweden oder Norwegen die kleinen Schärenhügel hinterm Haus. Von der Landschaft her ähnelt es Norwegen schon sehr.

Es ist inzwischen wieder megaheiß. Ich hatte vorhin im Auto um 15:00 kurz mal so 26°. Da läuft einem die Sauce aber mal richtig runter. Im Moment fahre ich durch so eine Art - ich nenne es immer - Hochplateau. Ich wollte doch immer mal einen Höhenmesser haben.

In jedem Fall gurken hier Schafe an der Straße rum. Es wirkt genauso wie in Norwegen. Tolle Ausblicke auf die Küste, Seen und Täler. Hier oben ist schon viel Baumbewuchs, aber alles ist bedeckt mit braunen Grasbüscheln und ohne Ende gelber Ginster. Eigentlich sieht recht trostlos aus, aber irgendwie hat das was.



Auf der N71 Ich weiß jetzt, wo der Nebel herkommt. Hier über dem Wasserarm wabert eine riesige Wolke Nebel. Ich denke mal, da produzieren die den schon für morgen früh. Kleiner Scherz.

Es gibt einige Berge, die schon mit Wolken vollgehüllt sind. Und eben die heftig dicken Nebelwolken über dem Wasser. Das ist schon sehr schön hier.



Ich bin ja nun kein Sprachforscher, aber "BUS SCOILE" an einem School Bus (Schulbus) klingt wirklich seeehr irisch.

Was man häufig mal sehen kann ist ein Nach-Hause-Liefer-Wagen von SuperValu oder Tesco. Und hier in der Gegend macht das wirklich Sinn. Seit dem ich in Cork losgefahren bin habe ich keinen richtigen Supermarkt mehr gesehen. Höchstens so einen kleinen Tante-Emma-Laden. Und die Leute müssen ja auch an ihre Lebensmittel kommen. Besonders in den kleinen Dörfern.

Auf dem English Market in Cork heute Morgen gab es einen Next-Day-Delivery-Service. Der kostete 9,50€. Ich weiß jetzt nicht, wie die Preise für die Lieferung hier sind. Aber wenn du am Arsch der Heide wohnst und du bestellst online und der Fahrer kommt vorbei und bringt es zu dir oder deinen Nachbarn, die vielleicht mitbestellen. Das ist schon eine super Sache.



Dunboy Castle Dunboy Castle Dunboy Castle Dunboy Castle Dunboy Castle War es am Dunboy Castle noch brüllend heiß, ist es ein Stück weiter Richtung Dursey Island sehr neblig. Nebelfetzen und -schwaden ziehen über die Straße. Vorbei an alten, zerfallenen Häusern.

Man kann sich in diesem Moment vorstellen, warum jemand diese Häuser aufgab und sich sagte, daß das hier alles keinen Wert mehr hat. Es ist unglaublich neblig.

Hier zieht gerade die dicke Suppe über die Felder Richtung Küste.

Dunboy Castle ist ganz lustig anzusehen. Allein wenn man sich vorstellt, daß Anfang der 2000er Jahre angefangen wurde, zu bauen, man dann wegen Geldmangel stoppte und es bereits jetzt eine Bauruine ist. Schon sehr skuril.

Man kommt auch nicht so ganz nah ran wegen des Zaunes und kann es auch eher nur von unten betrachten. Es sei denn, irgendwo gibt es noch einen Weg, der dichter ans Schloß führt.

Daneben sollen noch die Ruinen des Puxley Castles sein. Die habe ich aber nicht entdecken können.

Man kann von dem Standort beim Schloß super auf die Küste und das Meer blicken. Direkt neben dem Weg gibt es eine Landschaft, sozusagen das Ende eines Wasserlaufes, bei der ich eher an Louisiana und an Sümpfe denken muss als an Südwestirland.

Richtung Dursey ist jetzt auch die Sonne weg. Manchmal kommt sie noch ein bischen durch. Es ist dunkel, es ist kühl. Es ist neblig. Unglaublich, diese Wetterwechsel.

Ein Schild sagt mir, daß noch eine Schule kommen soll, ein Rugbyfeld war schon zu erkennen. Wer geht denn hier zur Schule? Hier ist doch nichts!

Hammer, jetzt wird es richtig kalt.



Daß es relativ eng ist und unübersichtlich, hubbelig und so weiter, hält jetzt den Einheimischen nicht unbedingt davon ab, hier längs zu knolzen, als wäre er auf der M8.

Links neben der Straße verläuft eine Hecke aus Gras und Steinen und weiß der Geier was, über die ich schön hinwegsehen kann.

Manchmal ist hinter dieser Hecke in 2 Metern Tiefe eine grüne Wiese, mal ist es so neblig, daß man nichts erkennen kann.

Und mal ist 100 Meter unter dir einfach nur noch Wasser. Manchmal möchte man dann auch gar nicht rübergucken und wissen, was da ist.



"Blick" auf Dursey Island Von Dursey Island konnte man jetzt nicht wirklich viel sehen, da das Ganze sehr im Nebel lag.

Das Einzige, was man halbwegs sehen konnte, war einer der Masten, wo die Seilbahn schätzungsweise 400 Meter hinüber zur Insel geht. Aber mehr als die Seilbahnstation auf dem Festland und eben jenen ersten Mast der Bahn konnte man nicht erkennen.

Ich frage mich nur, zu welchem Zeitpunkt eigentlich die Leute hier sind, die immer diese schönen Fotos und Videos machen, die man in Reisereportagen und Reiseführern sieht und wo immer die Sonne scheint.

Habe ich einfach nur Pech mit dem Wetter oder ist es hier ganz normales Wetter? Und haben die anderen immer nur Wetter, wo die Sonne scheint? Als Norddeutscher weiß ich ja, daß an der Küste hin und wieder mal Nebel herrscht.

Ich bin heute Morgen im Nebel losgefahren, dann war es so heiß, daß einem die Suppe runterläuft, und jetzt sind wir bei einer Temperatur angekommen, bei der man ohne Jacke draußen nicht rumlaufen kann. Um dann ins Auto zurück zu kommen, das innen immer noch brüllend warm ist. Anstrengend.



Vor allem hat man hier so Drei ???-Momente, wo dann plötzlich aus dem Nebel irgendwo auf einer Felsspitze irgendetwas auftaucht. In diesem Fall ein Turm. Ein Wachturm oder soetwas in der Art, der kurz im Nebel zu sehen war, auf so einer hohen Felsklippe, und dann wieder weg war.

Und später, als ich einige Höhenmeter tiefer und unterhalb des Nebels war, konnte man sehen, daß es tatsächlich so eine Art Wehrturm war. Auf einem Hügel auf einer Landzunge. Und 5 Sekunden später konnte man ihn nicht mehr sehen, da war er wieder im Nebel verschwunden. Auf dem Hin- und dem Rückweg gab es eine Stelle, an der man aus dem Nebel kam und durch strahlenden Sonnenschein fuhr, um gleich darauf wieder in den Nebel einzutauchen.

Jetzt fahre ich über Allihies nach Eyeries. Ich denke mal nicht, daß ich heute noch Kenmare schaffe. Das war so eine Idee. Weil das die nächstgrößere Stadt ist. Aber ehrlich gesagt ist mir das auch egal. Dann penne ich halt woanders.

So langsam reicht es mit dem Gegurke. Das Navi sagt dir, daß du in einer halben Stunde da bist. Aber das rechnet auch nicht mit diesen Straßen. Und das sollte man sich bei seiner Reiseplanung auch vor Augen halten, daß die Straßen nicht so sind, daß man immer 100 Km/h fahren kann oder das, was das Navi meint, daß man das fahren kann.



Allihies und Eyeries konnten mit einigen bunten Häusern aufwarten, allerdings hatte ich gehofft, in Eyeries einen Parkplatz zu bekommen, aber irgendwie führte da eine Straße hin, an den bunten Häusern vorbei, und dann führte sie wieder aus dem Dorf hinaus. Da war dann nichts mit stehen.

Dann habe ich mir gesagt, daß ich doch noch nach Kenmare fahre. Vielleicht kann ich da stehen. Auch wenn das noch 35 Kilometer sind. Wobei es jetzt auf der Straße hier ganz gut geht. Die Straße ist breit genug, daß man aneinander vorbei fahren kann, was ja auch schon viel wert ist. Man muss nicht jedes Mal abbremsen, wenn der Gegenverkehr kommt.

Was nicht bedeutet, daß man nicht trotzdem, wenn man ins nächste Dorf kommt, runterbremsen muss. Was man hier gerne macht ist, das Auto auf der Hauptstraße am Straßenrand zu parken. Das wird dann manchmal schon ziemlich eng, besonders dann, wenn zwei aneinander vorbei kommen wollen. Das habe ich jetzt schon in mehreren Stadtzentren erlebt. Man kommt aus einer Kurve und dann stehen da plötzlich Autos.

Eben im Rückspiegel hatte ich einen Berg, der aussah wie eine Melone. Also der Hut. Und oben drüber waren Wolken. Unglaublich, wie hügelig das hier ist. Wie bergig. Wenn ich über das Wasser zu den Halbinseln schaue und auch vor mir, dann sind da wirklich hohe, gezackte Berge. Was ich bislang mit Irland nicht in Verbindung gebracht habe.

Daß es hier den einen oder anderen Berg geben mag, ja. Die Wicklow Mountains und wie immer auch die anderen heißen, aber daß man hier unten permanent rauf- und runterfährt und du wirklich Berge vor dir hast, habe ich in Irland ehrlich gesagt nicht erwartet.

Die Schienbeinmuskulatur in meinem linken Bein macht gerade schlapp und ich hoffe, daß ich im vierten Gang durchkomme, weil ich einfach nicht mehr schalten mag und mein Bein schonen möchte. Mit rechts gebe ich kaum noch Gas und fahre mit 55. Das läßt sich einigermaßen entspannt aushalten. Es war heute sehr lang der Tag. Um 6:00 klingelte der Wecker. Jetzt ist es 19:24. Mehr als 13 Stunden unterwegs mit einer Stunde Pause heute Mittag. Es reicht und könnte langsam mal zum Ende kommen.



So, der Tag endet in Kenmare, wo ich am Wasser noch meine restlichen Schinkenscheiben gebraten habe, nicht ohne mir noch einen Fettfleck ins T-Shirt zu machen. Ich hätte das T-Shirt vom Vortag anziehen sollen, da war schon ein großer Kaffeefleck drin.

Außerdem habe ich noch die Bacon Sizzlers gebraten, die ich beim Aldi erworben hatte. So eine Art größere Schinkenbrocken. Die waren jetzt aber auch nicht der Hit.

Dann habe ich mir im Zentrum von Kenmare einen Parkplatz gesucht. Auf einem anderen Platz konnte ich wegen der Höhenbeschränkung nicht stehen. Aber hier vor den Pubs im Zentrum war noch etwas frei. Und da ging dann der Abend schnell zu Ende, weil eine Kniesehne ziemlich am schmerzen war und ich mir erstmal eine Coladose zum Kühlen raufgepackt habe und dann ins Bett gegangen bin. Am nächsten Tag würde ich auch wieder viel schalten müssen.


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