Do, 12.5.2016 • Tag 6: Kenmare  ➟  Dingle


"Kauft Euch doch mal ein paar vernünftige Straßen!"

- Deutscher Freiheitscamper, 2016



In Kenmare "Schatz? Norwegen oder Südfrankreich?" - "Irland. Da haben wir beides!"

Ich bin in Kenmare aufgewacht, mein Bein zwiebelt noch ein bisschen, aber es ist nicht angeschwollen. Ansonsten tut auch sonst nichts anderes weh, was ich so ein bisschen befürchtet hatte.

Nach dem Tag gestern, wo einfach die Schienbeinmuskulatur zugemacht hat. Mein guter alter Freund, der Husten, ist noch da, aber sonst alles munter.



Jetzt ist man als Deutscher ja geprägt, zuerst nach links zu schauen wenn man über die Straße geht, dann nach rechts. Beim Linksverkehr muß man die Reihenfolge ändern.

Dann gewöhnt man sich so halbwegs dran und stellt dann fest, daß es hier in vielen Städten eh meist nur Einbahnstraßen gibt. Und du guckst nach rechts und nach links und denkst "Ey, du machst das wirklich schon ganz toll". Ja, und dann kommen die Autos nur aus einer Richtung.



Man gut, daß ich gestern noch kurz meinen Standplatz gewechselt hatte. Vom Pub hinüber vor die Kirche oder was immer das ist. Denn vor den Pubs ist jetzt so ein Markt aufgebaut mit Handtaschenverkauf und sonstigem Schnickschnack, den kein Mensch braucht.



Ich habe eine Idee, wo das mit meinem Knie herkommt. Ich bin bei Dursey Island aus dem Auto gehüpft und ziemlich hart gelandet. Beim Absprung schon fühlte es sich im Knie nicht gut an. Zum Glück sind heute keine Wanderungen geplant. Gehen funktioniert ganz gut.



In Kenmare preist ein Laden sein "really fresh food" an. Also nicht wie die anderen, die nur fresh food haben, sondern really fresh food. Da hat das Schwein bis eben grad noch gegrunzt, bevor es freiwillig in die Pfanne gehüpft ist. Und passend dazu habe ich den nächsten Bauern mit seinem scheiß Ackerschlepper vor der Nase.



Und wenn man es auf den schmalen Straßen geschafft hat, aneinander vorbei zu kommen, ohne sich gegenseitig das Auto zu ramponieren, grüßt man sich. Zum Beispiel durch heben des Zeigefingers.

Ich bin im Moment ein bisschen angenervt von den Straßen. Das ist zwar alles sehr schön anzusehen, aber es geht mir langsam wirklich auf den Wecker. Stellenweise gibt es ein paar ziemlich gut ausgebaute Strecken. Aber ich komme immer wieder mit dem rechten Vorderrad auf die Katzenaugen in der Mitte und es poltert dich die ganze Zeit durch.

Zusätzlich zu dem Hin- und Hergewerfe, das du erlebst, wenn du auf diesen Straßen unterwegs bist.



Die Sonne ist inzwischen wieder rausgekommen. Es ist heute trocken, was von Vorteil ist, und relativ freundlich, aber bislang war keine Sonne zu sehen. Hinter Sneem auf dem Weg nach Caherdaniel kommt die Sonne raus und man fährt wieder an der Küste entlang. Und es kommt wieder das Südfrankreich-Feeling rüber. Das finde ich schön.



Hinter Caherdaniel an der N70 bei Cnocan Nua Hinter Caherdaniel an der N70 bei Cnocan Nua Hinter Cnocan Nua an der N70 Hier auf der N70, dem Ring of Kerry, gibt es einige Aussichtspunkte und Parkplätze so hintereinander weg.

Und am ersten stand ein Fahrzeug. Vom Aussehen her, ihrer Art nach und wie sie das Auto beim anhalten und aussteigen abgewürgt haben waren es US-Amerikaner, im Zweifel Kanadier.

Ich hielt hinter ihnen an und öffnete meine Tür. Kurz danach fragt mich eine deutsche Stimme mit Akzent, den ich dem Südwesten Deutschlands zuordnen würde, wie es denn so sei mit einem Linkslenker im Linksverkehr. Ich sagte, daß es ginge und ich ja auch die Kamera hätte.

Als ich ausstieg fragten mich die Nordamerikaner, ob ich ein Foto machen könnte. Ich machte eines.

Und es war eines der wenigen Fotos, die ich in meinem Leben schon für Touristen gemacht habe, das ich richtig gut fand und im Nachhinnein etwas traurig bin, keine Kopie davon zu haben.

Bei dem nächsten Rastplatz sah ich dann den gibraltaischen.. gibralesischen.. den weißen Golf aus Gibraltar, den ich schon beim Hook Lighthouse gesehen hatte.



Nach diesen Aussichtspunkten komme ich an eine Stelle, wo man neu asphaltiert hat und wo ein Schild sagt NO ROAD MARKINGS. Also keine Markierungen auf der Straße.

Ich nur so: "Gott sei Dank!! Wenigstens mal 100 Meter, wo man nicht rumgerüttelt wird. Man nicht immer über irgendwelche Katzenaugen fährt. Großartig!!"

Vielleicht sollte ich den Bauarbeitern da vorne mal danken, die lehnen aber auch nur an der Wand. Und mauern an der Mauer statt an der Straße. Das ist nach langer Zeit mal wieder eine richtig schöne Strecke. Also, auch fahrtechnisch.

Lustigerweise tauchten so gegen 11 Uhr immer mehr Autos auf der Straße und an dem Aussichtspunkt auf. Auch so richtig mit "Nu fahr doch ma wech da!". Ich hatte mir noch ein Käffchen gemacht, weil ich es gar nicht eilig hatte, zu fahren.

Als wenn so gegen 11:00 die Leute langsam wach und unterwegs sind.

Ehrlich gesagt habe ich es noch nicht raus, wann man sich grüßt und wann nicht.

So, und es geht wieder weiter mit Katzenaugen. Wenn sie mal den Abstand der Dinger vergrößern würden. Alle 25 Meter eines reicht doch auch. Und nachts reflektieren sie an den Straßenseiten dann noch in rot und grün. Man hat aber auch überhaupt keinen Platz, denen auszuweichen. Furchtbar.

Für mich stand von Anfang an fest, diese Tour im Süden zu beginnen und im Uhrzeigersinn um Irland rumzufahren. Bedingt durch die Fährverbindung, die in Rosslare ankam, und Dublin als Highlight zum Ende hin. Ich hätte auch mit der Fähre nach Dublin fahren können. Aber Dublin gleich zum Anfang? Und dann?

Und so fing ich im Süden an und die Planung war, immer im Uhrzeigersinn zu fahren. Und im Nachhinein betrachtet denke ich, daß es so wohl auch vernünftig war. So hatte ich die Schotterpisten, die um die Halbinseln im Südwesten führen, gleich hinter mir. Wenn ich die am Ende der Tour hätte würde ich wohl durchdrehen.



An der Bucht von Waterville In Waterville habe ich ein paar Bilder machen können, bevor 2 Reisebusse ihre teils deutschen Passagiere ausspuckten und es Zeit war, zu gehen, bzw. zu fahren. Ich sah dort auch den Deutschen mit seiner Freundin wieder, der mich wegen des Linkslenkers im Linksverkehr fragte.

Hinter Waterville bin ich dann bei New Chapel Cross auf eine kleine Straße (muhaha.. kleine Straße..) Richtung Glencar abgebogen, um dann irgendwann in Ballaghbeama Gap auf die gleichnamige Straße abzubiegen.

Ich bin bei der Vorbereitung der Tour durch Google Maps arg verwöhnt worden. Meine Navigationssoftware auf dem iPhone hingegen kennt leider nicht jeden Ort. Auch wenn ich mir das volle Paket Irland vorher runtergeladen hatte. Okay, es basiert auf Open Street Maps.

Leider kann ich Ballaghbeama Gap in der Software nicht finden. Jetzt fahre ich erst mal so und schaue, wo ich rauskomme. Letzten Endes ist diese Straße auch nicht schlechter als die anderen. Allerdings ein bisschen ruhiger.

Trotzdem 'ne totale Einsamkeit findest du auf solchen Straßen auch nicht. Weil immer irgendwo ein Auto vorbeikommt, immer irgendwo 3 Häuser stehen und immer irgendwas los. Also von wegen: "Ich fahr diese 28 Kilometer auf dieser Straße, die bei Google Maps relativ einsam und unbewohnt aussah". Da fährst du durch Orte mit Kneipe, Schule und Post und weiß der Geier was und ein paar Häusern. Dann fährt man wieder 10 Kilometer bis zum nächsten Ort.

Alle Nase lang kommt ein Auto vorbei. Und in dem Augenblick, in dem du harmlos eine Stange Wasser an die Felge stellen willst weil eh keiner kommen wird, werden 10 Autos an dir vorbei fahren. Sehr angenehm ist gerade, daß die Straße keinen Mittelstreifen hat. Kein Gerappel und Geschüttel mehr.



Die Entscheidung, diese Straße zu nehmen, basierte darauf, daß mein Reiseföhrer sagte, daß der nördliche Teil des Ring of Kerry nicht so wahnsinnig aufregend sei. Und man eher im Süden die schöneren und spektakuläreren Aussichten hätte. Ich fahr diese Straße hier jetzt längs. Ich fahre quasi durch ein Tal. Nicht ganz, aber rechts und links von mir sind Berge.

Ich hatte eher eine Art Paßstraße erwartet. Und so dachte ich mir, wenn der Nordteil nicht so spannend ist, dann kürze ich eben etwas ab.

Der Tip war, im Uhrzeigersinn auf dem Ring of Kerry zu fahren, weil die meisten wohl im Norden starten würden, um den Süden als Highlight zu haben. Ich habe im Süden angefangen und lasse den Norden aus. Allerdings ist diese Straße auch nichts, was mich bis jetzt in Verzückung geraten läßt und wo ich sagen würde: "Loide, da müßt ihr unbedingt hin!".

In der Sommerzeit sollen einem auf der N70 Richtung Norden die ganzen Reisebusse entgegenkommen. Was auf dieser Strecke keinen besonderen Spaß macht. Wenn man den Nordteil nicht machen will ist die Straße nach Ballaghbeama Gap möglicherweise eine gute Wahl, um nicht alle paar Meter einem Bus ausweichen und/oder rückwärts fahren zu müssen.



Auf der Straße zum Ballaghbeama Gap kommt man an einer Schule vorbei, obwohl hier sonst nichts ist, und an einem Haus, das verkauft wird. Und zwar von der deutschen Firma Engels & Völcker. Eine deutsche Firma verkauft im irischen Nirgendwo ein Haus.



Auf dem Ballaghasheen Pass War die kleine Straße am Anfang nicht so spannend, ab dem Ballaghasheen Pass wurde es dann aber umso spektakulärer. Ab da hat es sich wirklich gelohnt. Eine Landschaft wie nicht von dieser Welt.

Die Entscheidung für diese Strecke war genau richtig, weil nach dem Pass eine unglaublich geile, hügelige, bergige, karge, felsige Landschaft kam. Stark. Echt beeindruckend.

Und so dann auch ehrlich gesagt nicht erwartet.



Ich traf heute auf zwei große und einen kleinen Reisebus, also zweieinhalb, und das hat mich schon völlig genervt.

Diese Touri-Schwärme, die latschen durch die Gegend und nerven einfach nur. Wie schlimm muß das sein, wenn du in der Hauptsaison tonnenweise auf das ignorante Pack triffst?

Man muß außerdem ständig aufpassen, daß nicht Schafe auf der Straße rumlaufen. Oder an der Straße. Wo sie sich dann auch schon mal auf die Fahrbahn hinlegen, weil pfff, kann ja nichts passieren, die Autos werden schon drumherum fahren. Aber nein, da haben sie nicht mit mir gerechnet. Bis jetzt ist noch jedes Schaf aufgestanden und mir aus dem Weg gegangen. So ein bisschen Erziehung muß halt auch mal sein.



Es gibt Leute, die fahren zu irgendwelchen Herrenhäusern, schauen sich die an, setzen sich ins Café, essen Kaffee und trinken Kuchen und verbringen da ihren Tag und es ist für die Urlaub.

Und ich denke ja immer so: Nö, das ist für mich nicht das, was ich will". Das ist nicht meine Art von Urlaub. Und ich frage mich: "Verpasse ich was dabei?". Und meine Antwort ist: "Nein!"

Zum einen mag's vielleicht sein, daß da ein gewisser Geiz ist, zu sagen: "Ich gehe nicht in irgendso ein Herrenhaus rein, wo ich 13 Euro Eintritt bezahlen muß." Zum anderen reizt es mich auch nicht, dort hinein zu gehen. Und man zahlt eben hier mal 13 Euro, da 12 und beim nächsten 9. Auch wenn man mit einer Mitgliedskarte vom z.B. National Trust für 60 oder 70 Euro im Jahr quasi eine Flatrate hätte. Aber dann geht man auch in möglichst viele Attraktionen hinein, damit es sich rentiert.

Ich möchte mich einfach nicht den ganzen Tag damit beschäftigen, alte Häuser zu gucken. Von daher ist meine Art, durch die Gegend zu fahren, einiges an Kilometer am Tag abzureißen und in 3 Wochen einmal um Irland herum zu fahren für mich genau richtig.

Und dann mögen manche die prächtigen Gartenanlagen von Rottenwood House gesehen haben und schwärmen von Glibbery Castle und dem Goldbrokat im Schlafzimmer der Herrschaften. Ich habe dafür eine Menge Land und Leute kennengelernt.



Ladies View an der N70 Hatte man den Süden noch so ein bisschen für sich alleine, ist beim Ring of Kerry schon mehr los. Hier und auch in Killarny merkt an schon, daß das alles touristischer ausgebaut ist und die Anzahl der Touristen aktuell steigt auch.



Ross Castle In Killarny war ich beim Ross Castle. Da kann man ganz gut außen drumrumlaufen und es sich ansehen. Das Innenleben interessiert mich jetzt nicht so sehr. Ich habe schon mal ein Schloß von innen gesehen.

Danach war ich dann an einer AMBER-Tankstelle tanken für 57,50 Euro. Nicht mal aufgerundet. Das macht man hier ja eigentlich. Es gibt zwar kleine Centstücke, aber im Alltag macht man da eher nicht viel mit. Und so wird halt auf- oder abgerundet.

Wobei lustigerweise auf dem Bon dann ein Minus steht. Aber mir der Cent dann aufgeschlagen wird. Ich bekomme ihn quasi berechnet und nicht von der Summe abgezogen, obwohl auf dem Zettel ein Minus steht.

Bei der Amber-Tanke war ein Schild draußen, das sagte, wenn man mehr als 30 Euro tankt oder Umsatz macht, Alkohol dabei ausgenommen, dann bekommt man ein Eis.

Und ich bekam ein Eis. Auch wenn es schwierig ist, mit einer Hand das Softeis zu halten und mit der anderen das Auto zu steuern. Aber es geht. Ich bin nicht einmal im nichts. Hier gibt es nicht einmal nichts.



Das "irische" Wort für Flughafen ist Aerfort. Ich wußte gar nicht, daß die alten Iren und Kelten damals schon Flughäfen hatten, als sie ihre Sprache entwickelten. Aber gut zu wissen.



Torc Waterfalls Ich bin dann hinter Killarny zum Gap of Dunloe gefahren. Mein Reiseführer meinte, daß man da durchaus mit dem Auto durchfahren konnte. Und so sagte ich mir: "Oh, okay!" Weil eigentlich dachte ich es sei nur für Radfahrer, Fußgänger und völlig bescheuerte Pferdekarren.

Man kommt dann irgendwann am Ende einer Straße zu so einem Sammelparkplatz oder so, wo eine Menge Pferdekarren rumstehen, die auch am Ross Castle schon standen und stanken und bei den Torc Wasserfällen. Welche man sich auch durchaus mal anschauen kann, aber man muß deshalb nicht extra dort hinfahren, wenn man schon einmal einen Wasserfall gesehen hat.

Man kommt an einem Schild vorbei, das anzeigt, also.. sehr viel anzeigt, was soviel ist, daß man es gar nicht wirklich lesen kann, das wohl anzeigt, daß es nicht unbedingt besonders sinnvoll ist, mit meinem Auto dort längs zu fahren. Und als mir nach hundert Metern das erste Pferdefuhrwerk entgegen kam, fühlte ich mich bestärkt darin, daß diese Strecke nichts für Bruce sei. Kurz gewendet und zurück zu dem Parkplatz. Geschaut, wie weit man laufen muß, um das Gap zu sehen. Es waren ungefähr 1,72 Kilometer. Ich muß ehrlich gestehen, daß ich zu müde war, dort hin zu gehen.

Das Knie machte keinen Ärger, aber da hinlaufen macht trotzdem keinen Spaß. Es mag ja ganz nett sein, aber ich hatte heute schon einige sehenswerte Taylor.. äh.. Täler gesehen. Ich schaue es mir nochmal im Internet an. Deshalb ist jetzt der Tag nicht ruiniert.

Auf dem Weg dahin beweist der Ire durchaus Humor. Man pinselt ja sowieso, wie in Großbritannien auch, auf seine Straßen Warnhinweise. Zum Beispiel CAUTION SCHOOL AHEAD. Zuerst fährt man auf das erste Wort zu, CAUTION, dann liest man das zweite, SCHOOL, und überfährt das dritte. Auch wenn ich am Anfang immer das am weitesten entfernte Wort zuerst las. Also AHEAD SCHOOL CAUTION. Oder eben MO7S.. nein.. SLOW. MO7S kann man lesen, wenn es aus meiner Sicht kopfüber auf der Gegenfahrbahn steht. Und dann kommen so gelbe Querstreifen über die Fahrbahn. Und im Fall eben hat man SLOW geschrieben, die Querstreifen gemacht und schrieb dahinter SLOWER. Also LANGSAM, (NOCH) LANGSAMER.



Wenn man hier in der Gegend etwas einkaufen will muß man zu BENSON'S QUICKPICK gehen oder zum örtlichen SPAR. Die man bei uns ja seit der Fusion mit Edeka nicht mehr sieht. Aber hier gibt es noch den kleinen Spar um die Ecke. Das ist auch das einzige, wo man hier einkaufen kann. Ich habe seit Cork kein größeres Einkaufsgeschäft mehr gesehen. Für mich ist das immer sehr wichtig, weil ich ja Einkaufen auch als Therapie nutze.



Der Ire kann ja auf seinen Landstraßen bis 100 fahren und tut das auch sehr gerne. Und da wird man auch schon mal überholt, wenn man dann doch nur 60 oder 70 fährt. Mir reicht das, so wie man hier durch die Gegend geschleudert wird. Ich habe vorhin einen Fahrschulwagen überholt. Die waren noch langsamer als ich. In der Fahrschule lernt der Ire das Schnellfahren anscheinend nicht.

Oder das Schnellfahren kommt erst in der zweiten Fahrstunde dran.

Wobei sie nach dem Überholen auch gerne mal vergessen, den Blinker wieder auszumachen und fahren dann noch Ewigkeiten mit 'nem annen Blinker durch die Gegend.

Lustig sind auch die Touristen, nicht nur, daß sie links fahren und das Lenkrad auf der rechten Seite haben, sondern auch eine Handschaltung links. Im Zweifel sind sie nur Automatik gewöhnt.

Beim Ross Castle war einer mit seinem Miet-SUV, der immer wieder absoff und er bestimmt sechs mal die Karre wieder starten mußte, bis er 2 Meter weiter in der Parklücke war. Wobei ich gestern das Auto auch abgewürgt habe, aber das war etwas ganz anderes.



Am Inch Beach bin ich kurz mal ins Wasser gegangen, mit der Betonung auf kurz. Das Wasser war nämlich ziemlich kalt. Es hätte ungefähr.. ..wieviel Grad es hatte weiß ich nicht, ich kam mit dem Thermometer nicht durch die Eisschollen durch.



Der Ire sagt aber allem Anschein nach nicht ausschließlich Beach, sondern häufig auch Strand. Genau wie bei uns geschrieben. Nur englisch ausgesprochen.



Polizeifahrzeug auf dem Parkplatz am Hafen in Dingle Es stehen unglaublich viele Schilder an der Straße. Für Werbung, für irgendwas. Und die Sehenswürdigkeiten sind mit so braunen Schildern gekennzeichnet. Wenn es zu irgendeinem Wasserfall hingeht oder zu irgendeinem Gap.

Das Problem ist, daß auch einige der Hinweise auf Bed&Breakfast-Häuser auf braunen Schildern stehen. Wahrscheinlich, wenn sie offiziell ausgeschildert sind, ich weiß es nicht. Was das Ganze nicht unbedingt einfacher macht.

Dann sind teilweise Richtungsschilder in grün mit gelben Pfeilen und weißer Schrift und manchmal sind sie weiß mit schwarzer Schrift. Alles natürlich zweisprachig. Und auch die braunen Schilder sind natürlich zweisprachig. Wodurch es nicht leichter wird, schnell mal eben zu erkennen, wo es hin geht. Das ist sehr anstrengend.

Kann man nicht die B&Bs und Lokale einheitlich mit einem gelben Schild machen oder einem blauen? Aber so sind die einen braun, andere zeigen irgendwo hin und sind andersfarbig, dann steht da ein Wahlplakat oder eines für eine Musikveranstaltung. Auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten guckt man natürlich ständig nach irgendwelchen Schildern. Da hat man so eine Menge zu gucken.



Der Tag endete in Dingle auf einem Parkplatz am Hafen, wo es auch die Büros gibt für Fahrten mit dem Boot, um Fungie, den berühmten Delfin zu sehen. Ich werde morgen mal versuchen, ob ich ihn sehe.

Auf dem Parkplatz muß man bis 18:00 bezahlen, ich enterte ihn um kurz vor 6. Rechts von mir gibt es weitere Parkplätze, allerdings mit einer Höhenbeschränkung, aber auf dieser Seite ist genügend Platz für Transporter, WoMos und Camper.

Zum Abendbrot gibt es Hähnchenteile für 3€ aus dem Dingle SuperValu.

Morgen fahre ich dann zu einem Punkt, der im Navi schon als Fungie View Point eingetragen war, weil man hier Fungie, den Delfin, wohl ganz gut beobachten kann, da sich hier die Bucht verengt und man das Tier, das seit 35 Jahren nahezu täglich die Bucht vor Dingle besucht und das mit den Booten interagiert, von hier aus gut sehen soll.

In Dingle scheint eine ganze Industrie auf Fungie gebaut zu sein, der einst zusammen mit seiner Mutter immer in die Bucht schwamm, die aber inzwischen verstorben ist. Die Mutter, nicht die Bucht.


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