Fr, 13.5.2016 • Tag 7: Dingle  ➟  Shannon


"Nicht "Warten auf Godot", sondern "Warten auf Fungie"

- Deutscher Freiheitscamper, 2016



Auf dem Slea Head Drive Auf dem Slea Head Drive Cross at Slea Head auf dem Slea Head Drive Auf dem Slea Head Drive Auf dem Slea Head Drive Am Slea Head Drive. Blick auf die Blasket Islands Am Slea Head Drive. Blick auf die Blasket Islands Am Slea Head Drive. Blick auf die Blasket Islands Auf dem Slea Head Drive Clogher Strand Auf dem Slea Head Drive So, ich habe Fungie, den Delfin, gesehen. Kurz. Nur mit dem glänzenden, dunklen Rücken kurz aus dem Wasser. Dann schwamm er auf ein Boot zu und folgte diesem dann wieder raus auf die Bucht.

Während man auf die Rückkehr des Meeresbewohner gewartet hat habe ich mich mit Bob und Sue, einem englischen Camperehepaar, unterhalten.

Die beide 2 Wochen hier durch die Gegend fahren, mit dem Kanu unterwegs sind und Berge rauf- und runterlaufen.

Sie standen schon seit gestern Abend an der Verengung der Bucht und haben den Delfin vorher wohl schon gesehen.

Wir philosophierten ein wenig darüber, was passieren mag, wenn auch Fungie das Zeitliche segnet. Dann wäre die gefühlte Haupteinnahmequelle Dingles versiegt.

Er ist wohl ungefähr 4 Meter lang, aber als ich ihn kurz sah, dachte ich auch nur: "Was für ein kleines Viech ist das eigentlich!?"

Jedenfalls war es ein Erlebnis und ganz nett, sich mit den beiden Engländern zu unterhalten. Sie sprachen ein sehr angenehmes Englisch.

Und ich habe mal wieder Werbung gemacht für die freundlichen Deutschen. Dafür dann bitte eine Spende auf mein Konto.

Lustig war, als Bob mich irgendwann mal fragte, ob wir in Deutschland nicht 2 Sprachen sprechen würden und ich meinte ja. Deutsch und Sächsisch.

Klärte das aber auf und sagte, daß es unerträgliche Dialekte in Deutschland gäbe, von denen man durchaus behaupten könne, sie hätten nichts mit der Amtssprache Deutsch zu tun und man sich im Fernsehen Untertitel wünschte. Bayrisch oder Sächsisch. Generell alles südlich von Hannover.

Bob fand die Idee mit meiner Kamera an der Seite ziemlich gut. Er hatte zuerst gedacht, mein Monitor auf dem Armaturenbrett sei mein Navi.

Ich habe dann um Viertel vor 9 gesagt: "Ich laß den Fisch mal Fisch sein" und fahre weiter auf den Slea Head Drive.



Der Ire hat es nicht so mit Mülleimern, scheint mir.

Man macht zwar einen auf "Haltet alles sauber" und "Hier keinen Müll abladen", aber wenn es mal darum geht, an Parkplätzen, Aussichtsplätzen oder Supermärkten einen Mülleimer aufzustellen, sieht es eher mau aus.

Und wenn, dann hat der meist eine Öffnung in Coladosengröße.

Was mir nicht gerade hilft, wenn man im Auto unterwegs ist und sich im Laufe der Tage Müll ansammelt, den man dann loswerden möchte, es aber nur schlecht kann.

Ich versuche bei den Mülleimern mit kleiner Öffnung den Inhalt samt Mülltüte zu einer Art Wurst zu strecken und dann durch die schmale Öffnung zu prökeln.

In den Städten gibt es unglaublich viele Menschen, die morgens sauber machen und den Müll wegräumen.

Was merkwürdig ist, wenn man doch den Iren ständig sagt, sie mögen den Müll in die, in den Innenstädten dann doch recht zahlreichen, Mülleimer werfen.



Ich bin den Slea Head Drive nicht vollständig gefahren. Ich bin über die R559 wieder zurück nach Dingle.

Ursprünglich hatte ich vor, hinter Dingle auf den Conor Pass zu fahren, um in Richtung Landesinnere zu kommen, las dann aber, daß der Pass nur für PKW und mein Transit dafür zu breit sei. Außerdem gab es wohl eine Höhenbeschränkung.

In Dingle konnte ich gestern noch kein Schild für den Pass entdecken. Ich habe es ja schon gebracht, daß ich dachte ich sei schlauer als andere und fahre durchs Gap of Dunloe. Weshalb ich den Pass nicht gefahren bin, sondern über Tralee nach Adare.

In Dingle bin ich noch einmal zum Punkt von heute morgen gefahren. Ich denke weder ich, noch die Leute, die da auf den Booten rumgondelten, haben dabei Fungie gesehen.

Ich hatte ja den Rücken erspähen können, was im Zweifel mehr ist, als das, was die Damen und Herren sahen, die da 7,50€ für eine Bootstour ausgegeben haben.

Die einen versuchten es weiter draußen auf dem Meer, die anderen gurkten in der Bucht umher. Vielleicht sollte man dem Delfin einen Sender verpassen. Nah, lieber nicht.



Ich diktiere gerade in mein iPhone, da kommt ein Herr auf mich zu, macht neben mir die rechte Tür seines Autos auf und meint in breitem Sächsisch: "Nor, ganz schön weida Wesch, ödor?" Und ich so: "Und selber?". Antwort: "Mietworchen".



Beim Fungie View Point können 3 Autos parken, es sei denn man macht sich als vierter unbeliebt und stellt sich quer vor die anderen. Ich war das dritte Auto bei meinem zweiten Besuch.

Neben den Engländern, die wohl noch auf ihrer Kanutour waren, die sie heute morgen vorhatten. Dann der ostdeutsche Mietwagen.

Und gerade als ich wegfuhr kam der nächste. Das kann an der Ecke dann schon mal ganz schön eng werden. Und der Weg von der Landstraße runter zum Wasser ist einspurig.



So, Mittag gab es dann an der N86 auf einer Anhöhe, wo man in einer Kurve stehen kann. Das Ganze kurz vor der Ortschaft Camp. Von hier aus kann man einen großen Küstenstreifen überblicken, mit sehr viel Strand.

Ich möchte behaupten, daß ich auch Caravane sehe. Von links nach rechts sieht die gesamte Bucht aus wie ein durchgehender Sandstrand.

Auf der gegenüberliegenden Seite ist auch so ein Landvorsprung mit Sand. Und links von mir sind gar nicht mal so niedrige Hügel.

Zu essen gab es "Minced Steak & Onions"-Pie-Slices vom Tesco. Auf dem Gaskocher gemacht. Ich sage Euch, es ist ein Gedicht.

Ich habe die Dinger bei meiner 2011er und der 2013er Tour immer nur kalt gegessen. Und jetzt, wo ich sie warm und knusprig esse.. So lecker.. Natürlich mega ungesund. Blätterteig, Fett und gewiss hochwertigstes Rindfleisch.

Eine sehr schöne und interessante Gegend hier, muß ich mal sagen. Mir kommt es eher so vor wie in Kalifornien. Man fährt auf der Straße und erwartet, gleich auf den Pazifik zu stoßen.



Panorama. Auf der N86 Drive Left (bei Wikipedia gefunden) Man trifft hier häufig mitten in der Botanik auf gelbe Schilder, auf denen steht ATTENTION / ACHTUNG Drive on left, dann noch etwas in irgendeiner anderen Gammelsprache und Links fahren.

Ich sag mal so, in einem Fährhafen macht das Sinn, da habe ich die auch schon gesehen. Oder gäbe es einen Grenzübergang zu einem Land mit Rechtsfahrgebot.

Aber solche Schilder stehen teilweise im Landesinneren mitten an der Straße. Und dann denke ich so: "Wer das bis jetzt nicht gepeilt hat müsste inzwischen andere Sorgen haben".

Okay, hinter einem Aussichtspunkt könnte der eine oder die andere das vielleicht schon mal vergessen haben. Aber manchmal stehen die Schilder wirklich an Stellen, wo man sich fragt, was das soll.



Ich muß unbedingt einen Musiktitel machen, der "Chainsaw Joe" heißt. Weil es einfach cool klingt. In dem Joe mit seiner Kettensäge ständig durch die Gegend fährt und alles wegsägt, was ihn irgendwie stört.



Sue und Bob hatten sich heute morgen ein Frühstück gemacht. Das könnte ich beobachten als ich ankam und bevor wir miteinander gesprochen hatten. Er hatte dabei dann mit der Schere Tomaten kleingeschnitten und in einen Topf gegeben. Dazu dann eine Dose "Heinz gebackene Bohnen".

Und da dachte ich mir, daß ich das auch mal zum Frühstück machen könne. Ich habe mir eine Dose gehackte Tomaten gekauft. Klar, hätte ich auch eine Schere gehabt, aber ein bisschen Convinience muß auch sein. Dazu eine Dose gebackene Bohnen mit Pork Sausages. Mal sehen, was das ist.

Und dann überlegte ich, daß ich auch mal etwas mit Gemüse machen könnte. Weil immer nur Fleisch.. Da gehen mir auch langsam die Ideen aus und auf Dauer ist das ja auch nicht so dolle.

Es gibt ja so Stir-Fry-Gemüse Im Beutel für z.B. den Wok. Ich wollte erst Karotten und Pastinaken machen. Hab es dann aber verworfen. Dann fand ich das Stir-Fry-Gemüse. Dazu noch eine Sauce. Und noch etwas anderes Gemüse im Beutel dazu. Heute Abend wird es gebratenes Gemüse vom Gaskocher geben. Mal so ein wenig herumexperimentieren. Wenn alle Stricke reißen habe ich immer noch die Tesco-Slices. Leider kein Minced Steak mehr. Die waren bei Tesco einfach nirgendwo zu finden. Aber sollte das mit dem Gemüse klappen kann ich auf späteren Touren meinen Speiseplan ein wenig erweitern.

Ich war in Tralee im Tesco. Zuerst war ich in der Innenstadt und hatte 3 Schulmädels aus dem Fenster heraus nach dem Tesco gefragt. Die leider so gar keine Ahnung hatten, wo hier ein Supermarkt ist. Ich weiß nicht, ob die einfach nur dumm waren oder nicht in Tralee wohnen und dort nur zur Schule gehen. Hundert Meter weiter habe ich eine Lady angesprochen, die meinte: "Ja hier rechts und dann immer geradeaus".

Und ich fuhr rechts und immer gerade aus, aber so wirklich war da nichts. Einen Aldi gab es. Ich wollte ja einen Tesco haben wegen WiFi. Ich war dann noch in einem Dunnes Store, die habe ich auch schon öfter gesehen, war aber noch nie drin und WiFi gab es auch nicht.

Am Ortsausgang gab es dann das Gewerbegebiet Manor West mit einem Tesco. Hier würde erstmal wieder etwas WiFi gezogen, die Podcasts aus der Heimat aufgefrischt und zum Teil gehört. Und eingekauft.



Limerick, Blick über den Shannon. Links mittig King John's Castle Limerick, King John's Castle Limerick, Häuser am Shannon Limerick, King John's Castle Limerick, Graffiti an Hauswand Ich würde sagen: "Das Beste an Limerick ist.. äh.. der.. Limerick!"

Der Rest...

Wenn man mal in der Gegend ist, ist das okay, aber man muß hier nicht extra herfahren. In Bedfors Row gab es noch einen Parkplatz. Wahrscheinlich der einzige, letzte freie Parkplatz.

Ich bin mal zum Schloß gegangen und habe es mir von außen angesehen und durch die O'Connell Street, die Haupteinkaufsstraße, wieder zurück.

Insgesamt kann man zu Limerick sagen: "Schön ist anders". Allein der Anblick entlang der Dock Road ist alles andere als pitoresk. Ein zweites Mal müsste ich hier nicht vorbei kommen. Nö.

Der Ausblick auf das Schloß ist ganz nett und auf den Stromschnellen des Shannon versuchen sich Leute am Wellenreiten.

Ansonsten kann ich mir Orte vorstellen, wo ich eher hinfahren würde.



Nachdem ich dann in Limerick losgefahren bin und in Bunratty das Schloß sah und dachte, daß es dort ganz nett aussah mit dem Park drumherum, dann aber die Abfahrt dorthin verpaßt hatte, umdrehte, zurückfuhr und bei der Parkplatzsuche dann wieder auf die N18 kam, fuhr ich nach Shannon In die Nähe des dortigen Flughafens.

Wo ich mir in einem Public Park einen Parkplatz im Navi ausgesucht hatte.

Es stellte sich dort aber als eine sehr komische Gegend heraus, wo außer Sportplätzen nichts war.

Und vor allem eine Höhenbeschränkungsbarriere, die zwar offen war, aber hätte sie jemand über Nacht zugemacht, stünde ich am nächsten Tag ziemlich doof da. Zumal an dem Tor ein Schild hing, das aufforderte, beim rausgehen das Tor zuzumachen.

Also fuhr ich zum Shannon Springs Hotel, das ich schon bei der Einfallstrasse nach Shannon gesehen hatte.

Als ich dort stand kam nach einiger Zeit jemand vorbei, schaute kurz durch den Schiebetürspalt, sah mich beim Abwaschen meines Topfes über dem Klo und sagte erschreckt nur: "Hello". Und ich sagte auch "Hello". Und er ging wieder.

Ich interpretiere das so, daß es in Ordnung ist, daß ich dort stehe. Ansonsten hätte er ja gesagt, daß ich wegfahren oder mir für 59 Euro ein Zimmer nehmen solle.

Dann müßte ich wegfahren und wüßte auch schon wo.

Aber jetzt habe ich erstmal etwas zu Essen gemacht. Mein Gemüse.

Kann man machen auf dem Gasgrill. Allerdings fehlte der Geschmacksbums. Und das Pesto, das dabei war, hat jetzt auch nicht wirklich für Geschmack gesorgt.

Das einzige was für ein wenig Geschmack gesorgt hatte war die Tennessee Grillsauce aus dem Tesco. Die hat etwas Dampf reingebracht. Dazu gab es noch den Bombay Mix. Das sind getrocknete, gewürzte Nudeln mit Erdnüssen, Linsen, Rosinen und Cashewkernen. Das ging dann.


Tag 6     Tag 8
Für Kommentare, Lob, Tadel oder Anregungen bitte hier klicken


Copyright © 2016/2017 X-DreamWorld