Mo, 12.5.2014 • Tag 11: Sätra (Sthlm)  ➟  Avesta


Das Auto ist nicht ausgebrannt, nicht aufgebockt, die Scheiben sind noch ganz, keine Schmierereien. Auch wenn ich es der Gegend zugetraut hätte.



Um 8:41 ist mein Tagesticket abgelaufen und ich reite vom Hof. Erstes Ziel ist Kungens Kurva, wo ich im ICA Kvantum ein Kvantum Trost suchte und einkaufte. Wenn man auch schwerlich davon sprechen kann, daß bei den Preisen Einkaufen Spaß macht; aber dieser Einkauf HAT Spaß gemacht.

Super entspannt, super unaufgeregt und super ruhig. Und.. ich war gestern in der irrigigen Annahme es wäre Sonnabend. Es war aber Sonntag. Und trotzdem waren die Geschäfte geöffnet. Am Sonntag. Bei uns gibt es ein riesen Geschrei wenn es darum geht, mehr als 4 verkaufsoffene Sonntage zu haben. Hier hat IKEA jeden Tag.. ich wiederhole JEDEN TAG von 10-20 geöffnet. Jeden Tag. Von Montag bis Sonntag. Täglich.

Immerhin ist die Marotte, den Laden erst um 10 zu öffnen keine, die man sich nur für Deutschland ausgedacht hat. Nach ´nem Tag wie gestern ist chillen angesagt und ich lasse es für meine Verhältnisse geradezu aufreizend langsam angehen.



Schon lustig, wenn man im ELGIGANTEN (quasi ein MediaMarkt, den es hier natürlich auch gibt. EL steht in den skandinavischen Ländern für Strom/Elektrik) Kabel der Firma Hama findet, deren Verpackung erstmal groß auf Deutsch beschriftet sind. Genau wie die Filzgleiter im Hornbach. Wo es auch normal scheint, seine Leisten und Latten auf dem Parkplatz erstmal auf ein Maß zu stutzen, daß sie einmal quer durch den Volvo Kombi passen. Das konnte ich hier 2 mal beobachten.

Beim Verlassen von Kungens Kurva fiel mir ein Sportladen auf. Leider zu spät und eben wenden ging auch nicht mehr. Dann war ich ja bei Hornbach, aber die hatten wie erwartet kein Zubehör für Fahrräder. Ich habe die Bremsbeläge von Russel so runtergebremst, daß da gestern nur noch Metall auf Metall bremste. Wenn man davon überhaupt sprechen kann. Von dem kreischenden Lärm mal ganz abgesehen.

Ich fuhr die paar Kilometer wieder zurück und kaufte im DECATHLON Bremsbeläge, ein kleines Werkzeugset, etwas Schmiermittel und einen Karabinerhaken. Wozu den? Um meine Kamera an den Gürtel zu bekommen ohne dabei jedes Mal Striptease zu machen beim Anbringen der Tasche am Gürtel.

Auf dem Parkplatz noch bastelte ich die Bremsbelege an und zog mal ein paar Schrauben wieder fest. Zudem bekam Russel die letzte Ölung. Es bremst sich schon besser, ist aber abhängig davon, in welche Richtung das Hinterrad schwabbert.

950:- für Diesel und 10:- für einen HotDog. Der ging sogar. Allerdings nach dem Update von Russel kehrte ich beim Schotten ein. Pommesquote "heiß&gut": 5/5.



Strängnäs Strängnäss. Ich stehe auf einem Parkplatz direkt vor dem Reich von Gartennazis, die dort ihre Schrebergärten haben.

Aber nicht so in dem Sinne wie es bei uns ist mit Zaun drum rum und einem Häuschen, sondern wirklich nur das reine Beet, wo gepflanzt wird, dazwischen als Abgrenzung Schotterwege. Vereinzelt mal ein Gartenstuhl oder eine Bank.

Und fertig ist die Laube... oder auch nicht.

Wahrscheinlich weil man im Gegensatz zu uns, wo der Schrebergarten oft Ersatz des nicht vorhandenen heimischen Gartens bzw. Zufluchtsort ist, ja noch sein Häuschen im Schärengarten hat..

Jedoch scheint man über die meinerseitige Inanspruchnahme des Parkplatzes direkt vor dem Gelände seitens der Hobby-Gärtner nicht übermäßig erfreut. Mir egal.

Strängnäs habe ich mir angesehen, aber nicht sehr intensiv. Am Wasser unten sind alte Häuser und dahinter die Mühle auf dem Berg. Aber der Akku ist alle. Ich bin zu kaputt, als daß ich die Lust aufbringen könnte, den Berg rauf zu steigen, geschweige denn, mir noch weitere alte Häuser anzusehen.

Dieses ewige Telefonieren ist ein Dauerärgernis. Da wird dann einfach der Trecker, mit dem der Marktplatz gefegt werden soll, ein paar Minuten laufengelassen. Dadurch kann der Treckerfahrer natürlich gerade nicht sauber machen weil er ja mit telefonieren zu tun hat und so steht dann eben der Trecker im Leerlauf und nervt.



An einem Tag pro Tour hat man mit Sicherheit die gesamte Dorfjugend versammelt, die spät am Abend direkt neben dem Camper laute Musik hört und (wie in England letztes Jahr) mit dem Auto Kreise auf dem Parkplatz fährt oder wie hier neben der Musik noch mit dem knatternden Moped Wheelies übt. Also das Fahren auf dem Hinterrad.

Als ich dann aber meine Scheinwerfer anmachte haben sie sich schon erschreckt und sind weggefahren. Nicht ohne mir den Stinkefinger zu zeigen. Na und? Ich hatte endlich Ruhe.

Und was man hier auch hat sind Übertragungen von Trabrennen in Supermärkte. Im "Kundendienst"-Bereich (frei übersetzt) hinter den Kassen stehen zum Teil mehrere Fernseher, auf denen Rennen gezeigt werden. Da kann man dann wahrscheinlich gleich seine Wetten beim Lotto/Toto-Schalter platzieren.



Dalahäst Wenige Kilometer hinter Strängnäs konnte ich an der Raststätte "Strängnäsbron" an der Route 55 meinen Lokus entleeren. Das hatte ich gegoogelt. Und dann war fahren angesagt. Nach Avesta in Dalarna.

Erstmal ging es zum Dalahäst, dem großen Betonpferd am Trafikplats Dalahästen, wo die Route 68 und die Route 70 zusammentreffen. Jedesmal wenn ich hier bin sieht der Zustand von dem Teil schlimmer aus.

Dann gurke ich zur Kirche von Grytnäs, 3 Km weiter. Aber die schaute ich mir nur lustlos von außen an. Danach ging es Richtung Zentrum von Avesta. Ich konnte mich erinnern, daß ich früher einmal bei den alten roten Häusern gestanden habe. Und als ich an den Häusern von Gamla Byen Avesta vorbeikomme blicke ich nach links und sehe den Parkplatz. Ich kann es nicht 100%ig sagen, aber ich glaube, ich parke auf dem exakten Standplatz, wo ich vor 5 Jahren schon gestanden habe.



Dann kommt Russel zum Einsatz. Erst geht es zum Bootssteg hinter den alten Häusern, der noch genauso schief ist, wie damals als ich dort grillte und verscheucht wurde und daraufhin mit einem qualmenden Grill in der Hand kurz vor einer Rauchvergiftung stehend mein Fahrrad schiebend zum Auto zurückkehrte und dort zuende grillte. Da parkte ich aber noch an einem anderen Platz ein Stück weiter entfernt.

Ich fahre dem Schild "Älvpromenaden" nach. Das macht richtig Laune. Auch wenn erneut eine Menge Laufnazis unterwegs sind und den Weg mal wieder für sich beanspruchen. Zum Teil führt der Weg über Holzstiege, die direkt am Ufer entlangführen und die auf Holzpfeilern im Wasser stehen. Die sind so eng, daß 2 Radler besser nicht aneinander vorbeifahren, sondern einer wartet. So habe ich es jedenfalls gemacht.

Ich fahre unter der Brücke der Route 68 entlang, die über den Dalälven führt. Oben fahren die Autos, unten Fußgänger und Radler. Es fehlte die Ausschilderung zum Dalahäst. Die gab es erst auf der anderen Seite der Brücke. Das Schild zum Pferd zeigte in die entgegengesetzte Richtung.

Ich also wieder zurück und folge der Ausschilderung des Wanderpfades. Ja, Wanderpfad. Irgendwann stehe ich vor über 60 Holzstufen, die nach oben führen. Russel ist ein Schwergewicht und oben angekommen bin ich platt. Wobei ich muß sagen die Bremsen bremsen, aber das nächste Rad hat wieder eine Rücktrittbremse.

Der Willy:s-Supermarkt bietet nichts Warmes zu essen. Dann nicht. Dafür hat der 7eleven nebenan WLAN.



Ich habe Zeit zum Lüften. Die Jacke von gestern war noch richtig naß, aber die Stunde eben auf dem Rad und sie war trocken. Die Jeans ist immer noch feucht und total dreckig. Dann wird noch etwas aufgeräumt und bald geht´s ins Bett.


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