Di, 13.5.2014 • Tag 12: Avesta  ➟  Rättvik


"Ich bin Freiheitscamper und unterwerfe mich nicht dem Joch der Campingplatzmafia"

- Panscho Vino, 2014



Kalles Randiga, yeah! Es sollen 10° sein. Da hat aber irgendwer das Minuszeichen vergessen. Nachdem ich die armdicken Eiszapfen weggebrochen und den Pinguin vom Fahrersitz gejagt habe gibt es Frühstück. So ziemlich das selbe Frühstück wie 2009. Tunnbröd mit Kalle´s Randiga und Käse.

Der Vorteil an arschkalten Nächten ist ja der, daß die Dinge in der Kühlbox auch dann schön kalt sind wenn man sie nicht am Strom betreibt.

Ich sehe sehr viele Kleinstwagen, mit denen anscheinend Jugendliche unterwegs sind und viele Volvo-Pickups, die allesamt ein rotes Dreieck am Heck haben statt eines Kennzeichens. Was es damit wohl auf sich hat?! Auch an den Kleinstwagen kann man so ein Dreieck finden.



Dieser alte Stadtteil von Avesta ist auch der schönste. Der Rest ist (soweit ich das gesehen habe) eher nicht so ansehnlich. Wenn nur nicht alle 8-10 Minuten (so wie gestern Abend) Personen- und Güterzüge vorbeirasen würden. Bei letzteren ist das ein Lärm, daß ich hinten im Auto echt mal ein ungutes Gefühl bekam.



Der Avesta Wisentpark. Ich habe ihn dann doch noch gefunden. Infos, wo genau er sich befindet, hatte ich nicht mehr. Nur, daß er nördlich von Avesta war, das wußte ich noch. Die Touri-Info hatte gestern zugemacht. Warscheinlich eine Minute bevor ich da vorbeikam. Und glaub mal nicht, daß da irgendwo im Schaufenster irgendeine Info hängt. Das einzige, was auf Wisente hinwies, war eine große Statue eines Wisents in einem Park in der Nähe der Tourist Info.

Ich fuhr also in die Richtung, die ich für Norden hielt, um an einem Schild vorbeizukommen, das in die entgegengesetzte Richtung zeigte. Also zurück über die Bahnschienen und dann den Schildern nach. An der Straße zum Park sah ich einen holländischen Tiertransport stehen und ich blödel noch, daß der gleich einige Wisente zum Schlachthaus bringen würde.

Dann bin ich am Park und stehe vor einem Tor. Von diesem Tor aus bin ich letztes Mal zum Aussichtsturm gegangen. Das Tor ist mit einer Kette verschlossen. Ein Passat mit einem Schweden drin taucht auf. Er steigt aus, schaut auf die norwegische Flagge auf meinem linken Arm und fragt durch mein heruntergelassenes Seitenfenster, ob ich Norweger wäre.

Ich hatte das Auto schon ein Stück die Straße hoch gesehen. Ob ich wegen der Wisente da wäre. Ja, ich wollte auf den Turm. Er meint, eigentlich haben die seit 8:30 offen. Dann witzel ich, ob die Tiere ins Schlachthaus kommen und er meint, daß sie lebendig viel wertvoller wären. Dann sagt der Schwede, er schaut mal bei dem offiziellen Parkplatz 500m entfernt und ich sage, daß ich weiterfahre.

Ich komme wieder an dem Tiertransporter vorbei. Vielleicht gibt es das nicht mehr, daß man ohne Eintritt zu dem Turm kommt. Ich wollte jedenfalls keinen bezahlen. Allerdings konnte ich eh nur ein Tier sehen, von daher hätte sich das alles nicht gelohnt. Beim letzten Mal konnte ich einige Wisente sehen.



Falu Gruva Falu Gruva Falun. Beim dritten Mal habe ich es geschafft. Ich bin einmal um die Falu Gruva, die Falun Grube, marschiert. Die Male davor hatte ich dazu immer keine Lust.

Für dieses Mal hatte ich es mir fest vorgenommen. Und es macht richtig Spaß. Ich war kurz nach 10 da. Da war noch nicht viel los auf dem Parkplatz.

Auf dem Grubengelände kaum Menschen und unterwegs nur ganz wenige gesehen. Jetzt um kurz vor 12 wird es voller, aber ich habe den Verdacht, daß viele hier zum Essen im Wirtshaus herkommen.



Ich habe den ersten Morgen das Gefühl, überhaupt nicht ausgeschlafen zu sein. Ich hatte mal so Tage, wo ich gegen Mittag richtig müde wurde, aber jetzt habe ich das Gefühl, ich werde überhaupt nicht mehr wach.

Und apropos müde: Man fährt hier durch wirklich verschlafene Nester. Wo dann am Ortseingang Schilder stehen, daß die örtliche Tankstelle geöffnet hat, was man sonst nicht vermutet hätte.



Ich habe am ersten Tag in Avesta etwas gesehen, da habe ich echt mal gestaunt. Man kennt diese Maschinen, da fährt einer in den Wald, sägt mit dem Teil den Baum um, raspelt die Zweige ab und zerlegt den Stamm in handliche Stücke.

Sowas gibt es auch für den Hausgebrauch. Jedenfalls wurde in einem Vorgarten ein Baum zersägt. Nicht wie bei uns wo einer mit ´nem Steigkorb hochfährt und dann mit der Kettensäge den Holzspender zerkleinert.

Nein. Hier kommt ein LKW mit einem kranähnlichen Ausleger. Dann steht unten einer mit einer Fernbedienung und das Auslegerende greift und zersägt den Baum von oben nach unten. Cool.

VW hat auch hier den Slogan "Das Auto", z.B. "Das Auto sedan 1979" und am Leihauto steht dann auch schon mal "Das Lånebil" dran.



Der Leksands Knäckebröd Werksverkauf Friedhof mit Aussicht Leksands Hembygdsgårdar Leksands Hembygdsgårdar Schweden pur in der Kyrkallé Dann kam ich nach Leksand. Was gibt es hier? ´Ne Kirche. Auch, aber natürlich auch den Knäckebrot-Hersteller "Leksands Knäckebröd" an der Route 70 und dessen Werksverkauf ca. 5 Km vom Zentrum entfernt. Hier wird Knäckebrot der 2. Wahl verkauft.

Ob ich jetzt etwas gespart habe weiß ich nicht, aber das mußte ich mir einfach mal geben und schauen welche Sorten außer denen bei IKEA es noch gibt. Ich meine jedenfalls, daß das IKEA-Knäcke früher von Leksand kam.

Allerhand, möchte ich sagen. Ich kaufte 3 Pakete in Tortenstückform, 2 ganze runde plus ein geschenktes Weihnachtsknäcke sowie eine Packung, von der ich noch nicht so richtig weiß, was das genau ist.

Man kann das Zeug auch kartonweise kaufen. Das Julknäcke (Weihnachtsknäcke) gibt es den 16er-Pack Karton für 80:-, sonst einzeln für 10:-. Da kann man nicht meckern. Sonst liegen die Preise zw. 18 und 21 Kronen, mit einem, das 41:- kostet und Vika Bröd heißt.

Ich kenne den Pro-Kopf-Verbrauch der Schweden nicht, aber käme ich aus der Gegend würde ich hier kartonweise einkaufen.



Ich oute mich mal als Knäckebrotfan. War ich schon immer. Pur oder mit Lätta oder Butter, da geh ich ab.

Ich bin nochmal in den Laden. Ich habe dann doch keinen Karton gekauft, aber nochmal 2 Julknäcke (wieder eines geschenkt) sowie 1 von denen, die ich schon hatte und noch ein anderes.

Man kann drinnen probieren, aber das habe ich erst jetzt entdeckt. Ich könnte mich totkaufen. Allein der Geruch grad draußen auf dem Parkplatz. So, jetzt aber weg hier!



Die Ecke hier in Leksand gefällt mir richtig gut. Ich parke einige hundert Meter von der Kirche entfernt in der Kyrkallé und gehe zu Fuß.

Auf dem Weg zur Kirche kommt man am Leksands Hembygdsgårdar vorbei, einem Art Freilichtmuseum, wo man alte Häuser, z.B. aus dem 17. Jhd., zusammengetragen hat.

Die Kirche selbst ist auch sehr schön. Vom Friedhof aus hat man Blick auf den Siljan-See. Also, wer von den Verwesenden.. äh.. Anwesenden noch sehen kann.

Mir fällt der Name HUSTRUN bestimmt ein Dutzend Mal auf Grabsteinen auf.

Das muß eine ziemlich große Familie (gewesen) sein. Und nur Mädels.Sternchen

Apropos: Die schwedischen Krankenwagen haben große Ähnlichkeit mit den britischen von Farbe und Aufmachung her.

Und bei einigen Fahrzeugen der Baufirma SKANSKA mit ihren weißen Autos und dem blau-neonpinken Blockmusterstreifen denke ich immer an Polizei.



Vidablick oberhalb des Siljan-Sees Seebrücke in Rättvik Blick von der Seebrücke auf Vidablick Siljan-See Was gibt es schöneres als mit einer Dose Halmstad Päron Cider in der Sonne auf einem Steg am Siljan-See zu sitzen? Ganz klar: Mit 2 Dosen Halmstad Päron Cider in der Sonne auf einem Steg am Siljan-See zu sitzen! Wenn sie denn da ist. Leider zieht gerade wieder eine riesige dunkle Wolke über den See.

Rättvik. Für die Einwohnerschaft scheint es dazuzugehören, abends mit dem Auto unterwegs zu sein, zu einem bestimmten Parkplatz zu cruisen, zu wenden und wieder weg zu fahren. Einen hab ich jetzt schon mehrfach gesehen.

Das Navi führte mich von Leksand aus über Plintsberg nach Tällberg, was eine wirklich schöne Tour war, denn Plintsberg war wirklich ein Erlebnis. Super schön, auch wenn ich es hasse, die kleinen, engen Straßen zu fahren, die das Navi all zu oft vorschlägt.

Tällberg selbst erscheint mir wie ein reines Touridorf, wo an einer Weggabelung für jede Richtung 20 Wegweiser stehen, zum Korbmacher, zum Wirtshaus, usw. Ich bin dann dem Navi gefolgt zum nächsten Ziel der Route, das da hieß Vidablick.

Von wo man ob der Lage auf´m Berg eine gute Aussicht auf den Siljan hat. Es kam mir etwas vor wie bei "Shining", wo Jack Nicholson im leeren, abgelegen Hotel ist. Hier gibt es einen Aussichtsturm, ein Café, ein Vandrerhem und diverse Gebäude, die allesamt verlassen dar lagen.

Erst Ende Mai startet hier die Saison. Immerhin war im Café schon Licht, ein Auto stand davor und man war dort wohl schon am werkeln. Der Blick vom Turm wäre vielleicht noch besser gewesen. Aber der war ja zu und Geld wollte man auch.

So war der Blick über den Siljan aber auch gut und man konnte sehen, wo die dicken Wolken den Regen über dem See abließen. Es war etwas diesig. Oben auf dem Berg jedoch war es trocken. Ich fuhr wieder nach unten.

Normalerweise komme ich über die Route 69 aus Falun nach Rättvik und wenn man dann um die Kurve kommt und den Blick auf den See hat... da kommt das Herz schon kurz mal ins Stolpern. Dieser Anblick ist grandios. Da ich heute aus Tällberg kam hatte ich das Erlebnis nicht. Ich werde es morgen nachholen.

In Rättvik habe ich versucht, meinen alten Parkplatz zu finden. Aber außer dem Bahnhof mit dem Turistbyrå habe ich nichts wiedererkannt. Mit Mühe und Not fand ich den Parkplatz, auch wenn ein Teil davon für Fahrzeuge über 2m gesperrt ist, aber daneben ist noch ein Streifen, auf dem ich parken kann.

Ganz klar, nebenan ist der Campingplatz, der, glaube ich, auch neu ist. Das war früher alles viel freier. Wie üblich ist der Campingplatz an der besten Stelle und daneben läßt man so wenig Raum für freie Camper wie möglich. Verdammte Campingplatz-Mafia.



Kreatives Schild Ich war bei Sibylla essen. Noch hängt mir der Burgerkram nicht aus dem Hals, aber das geht bald los. Und leider gab es nicht das erhoffte WLAN.

Dafür gibt es auf der "Hauptstraße" auf 500 Metern 4 Tankstellen. Und eben die Autos, die an mir vorbei zum Parkplatz mit der 2-Meter-Sperre fahren und dort wenden.

Ich marschierte die Seebrücke (nie paßte der Begriff besser) entlang und fragte mich, warum man 600 Meter eine Seebrücke entlang geht bis zu ihrem Ende und wieder umdreht. Aber am Ende der Brücke (der See ist bis dahin keinen Meter tief) hat man mit Beton(g) eine Insel aufgeschüttet, Erde und Bäume drauf gepackt und einen Steg mit kleinem Häuschen und Bäumen drumrumgebaut.

Ergebnis: Toller Blick auf und über den See und die Ufer, wo sich die Häuser an den Berg schmiegen, bzw. Wald ist. Das Licht ist unfaßbar. Silbern und hell.

Am Beginn der Brücke sind Tafeln aufgestellt. Die Brücke dient auch als Fitness-Strecke und auf den Tafeln steht z.B. wie lange ein Mann zwischen 39 und keine Ahnung für die 1212 Meter brauchen sollte bei seinem BMI.



Ich habe vorhin am Bahnhof einen Bus gesehen, dessen Heck wie bei einem LKW gestaltet war. Eckig und mit Ladebordwand. Man kann in diesem Bus Güter transportieren. Zusätzlich zu den Passagieren. Was ja sinnvoll ist. Wenn man Onkel Benny in Nökkelby ein Paket zukommen lassen will und der Bus fährt eh dahin, wo er wohnt, kann man es dem Bus mitgeben.

Frage ist nur wie Onkel Benny das Paket vom dortigen Bahnhof oder einer anderweitigen Abladestation nach Hause bekommt. Zudem scheint man hier nur im Bereich Dalarna rumzufahren. Wenn man jetzt was nach Lappland schicken würde. Aber bei so einem kleinen Bereich ist die Frage, ob ich das Paket nicht selbst hinfahre oder mit der Post schicke.

Es sei denn es handelt sich um einen Kühlschrank oder ein Sofa. Aber auch das muß ich ja zum Bahnhof bekommen. Oder vielmehr zu dem Bus. Nur bei Lappland wäre das Preis/Km-Verhältnis im Vergleich zum Aufwand positiver. Ein 35Kg-Paket kostet 295:-. Naja, fragt sich was die Post dafür nimmt oder einer der großen Paketdienste.



Ich sitze im Auto und wische die Wasserlache auf, die ich beim Kaffee machen durch umwerfen der Wasserflasche erzeugt habe. Der Laptop hat etwas abbekommen, aber zum Glück nur oberflächlich.



Um 22:00 ist es noch nicht wirklich dunkel. Um 22:30 mache ich mich bei Vollmond mit dem Auto auf. Zum einen will ich zur Kurve, um den Siljan mal im Mondlicht mit beleuchtetem Rättvik zu sehen, zum anderen will ich das Auto bei voller Heizleistung noch etwas aufheizen. Es ist hinten nicht gerade warm.



Sternchen An dieser Stelle muß ich mal gestehen, daß ich zu dem Zeitpunkt ziemlich dämlich war und nicht wußte, daß Hustrun soviel wie Gattin oder Ehefrau bedeutete.


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