Sa, 17.5.2014 • Tag 16: Olden  ➟  Bergen


"Norwegische Autofahrer sind in ihrer Art wie Lemminge, die sich voller Zuversicht mit 90 Sachen in die nächste, nicht einsehbare Kurve schmeißen"

- Deutscher Freihheitscamper, 2014


17. Mai. Nationalfeiertag. Um 7 rummst es heftig. Eine Druckwelle läßt das Auto und auch mich erzittern. Eine halbe Minute später wieder. Aber alles bleibt ruhig draußen. Gut, Kanonen am Sonnabendmorgen kenne ich ja.

Um 8 grollt es wieder. Zweimal von viel weiter weg. Da waren die Oldener den anderen Dörfern mal voraus. Hat sich das frühe Aufstehen aber gelohnt. Denen haben wir es gezeigt. Ich stücke früh, dann geht es los.



Ich sehe jetzt zum vierten Mal diesen runtergekommenen englischen Ford Transit. Was macht der Typ hier?



Oberhalb von Utvik Hinter Utvik schraubt man sich vom Fjord-Level auf 600 moh (Meter überm Meer).

Flagge zeigt man in anderen Ländern ja eh gerne. Nicht wie bei uns, wo es seit Kriegsende etwas abgenommen hat, die Flaggen vorm Haus zu hissen. Hier in Norwegen, auch in Schweden und DK, hat man seinen Fahnenmast und am 17.5. hängt da die Flagge. Es sieht auch irgendwie schön aus.

Ich habe Schmerzen im rechten Fuß, war gestern wohl doch ganz schön heftig.



Heute vor 200 Jahren wurde die norwegische Verfassung ausgerufen. Und ich esse in Norwegen in Schweden gekaufte Wurst, die in Finnland hergestellt wurde. Nordischer geht´s kaum. Und diese Knoblauch-Salami hat es in sich. Geruchstechnisch. Den Deckel der Kühlbox nur kurz hoch. Wämm! Knofi ohne Ende.



Ich hasse den 1. Mai in Hamburg wegen all der Idioten, die meinen sie müßten die Sau rauslassen, und ich hasse den 17. Mai in Norwegen. Lauter festlich angezogene Menschen. Die Damen vorwiegend in schwarzer Tracht, mit Gold oder Rot abgesetzt und weißer Bluse, die Herren im dunklen Anzug mit rotem Band.

Und sie versammeln sich hundertfach, vorzugsweise genau auf der Straße vor dir. Da hilft nur rückwärts raus und weiträumig umfahren, also umfahren, nicht umfahren. Bei der letzten Tour in Norwegen ist mir das auch passiert. Das mit dem sich auf der Straße versammeln und diese blockieren.



Stabkirche von Borgund In Borgund fällt mir ein, daß ich doch schon einmal an der Stabkirche war. Wenn man sich nicht alles aufschreibt und mal seine Unterlagen überarbeitet. Da stand drin "machen!".

Fotos konnte man nur von außen schießen. Wenn man rein will muß man ein Ticket am Ticketcenter kaufen. Aber dort ist ja heute zu.

Ich war der Ausschilderung "Historisk rute" gefolgt, über die die Stabkirche, die separat ausgeschildert ist, zu erreichen war. Das ist eine ganz nette Route vorbei an wilder Landschaft mit Wasserfällen.



Beleuchtete Grotte im Lærdaltunnel Stegastein Rampe Stegastein Aussicht auf Aurlandsvangen Stegastein Aussicht auf Aurlandsfjord Habe ich gestern mehrfach das Auto mit dem Böblinger Kennzeichen gesehen, so sah ich heute am Aussichtspunkt Stegastein oberhalb von Aurlandsvangen das russische Pärchen wieder, das mich auf dem Weg zur Dypvasshytta hatte passieren lassen und auf das ich dann an der Hütte beim Fotografieren traf.

Dieser Aussichtspunkt ist wirklich ganz nett, weil man einen tollen Blick über den Aurlandsjord hat. Man steht auf einer Art Rampe oder Vorbau zirka 30 Meter von der Felswand entfernt. Am Ende ist eine Glasscheibe und 640 Meter unter einem der Fjord.

Es ist lustig, daß man unten in der Stadt das Hinweisschild sieht "Stegastein 7,5 Km" und denkt "Oha, das ist ja noch richtig weit raus!"

Die Sache ist aber die, daß dieser Aussichtspunkt eigentlich genau oberhalb der Stadt liegt. Aber bis man sich da hochgeschlängelt hat fährt man eben 7½ Kilometer über engste Wege, die man natürlich auch wieder runter muß.

Und so sehr ich kein Problem damit habe, Serpentinen hoch zu fahren, so sehr hasse ich es, sie wieder runter zu fahren. Mit ständig runterschalten in die niedrigen Gänge, dem Heulen des Motors und dem Quälen der Bremsen.Sternchen

Nach Aurlandsvangen war ich durch den Lærdaltunnel gefahren. Der Tunnel ist 24½ Km lang. Bei Kilometer 6, 12 und 18 gibt es jeweils eine Art beleuchtete Grotte.

Nach vielen Kilometern im tristen Tunnel sehnt man sich geradezu nach den Grotten, weil sie endlich Abwechslung bieten.

Ich mußte abwägen zwischen dem Tunnel und der alten Strecke übers Gebirge, der Fv243, auch Snøvegen oder Aurlandsvegen genannt. Allerdings kann diese auch bis Anfang Juni noch gesperrt sein.

Ich meine ich bin den Snøvegen früher schon einmal gefahren. Allerdings hatte ich mich von Anfang an für den Tunnel entschieden, da ich noch einmal die Grotten sehen wollte.

Beim nächsten Mal würde ich die Alternativstrecke nehmen. Der Aussicht wegen.

Für den Tunnel muß man übrigens keine Maut bezahlen.



Flåmsbana In Flåm steht gerade ein Zug der Flåmsbana zur Abfahrt bereit. Also, das liegt hier schon idyllisch.

Allerdings hat man inzwischen Schilder aufgestellt, die das Parken zwischen 20 und 6 Uhr verbieten. Langsam kotzt mich das an.

Auch ein Platz etwas außerhalb Flåms, auf dem ich mal mit anderen Campern nächtigte, nachdem man uns aus Flåm vertrieben hatte, ist nicht mehr nutzbar. Auch damals durfte man nur bis 22:00 beim Parkplatz stehen. Dann kam ein Mensch einige Minuten vor 22:00 und forderte uns energisch auf, wegzufahren.



Heute war es irgendwie ein wenig schwierig, eine Tankstelle zu finden, bzw. eine funktionierende. An einer Tankstelle nahm man weder Karte, noch daß man einen Geldschein hätte hineinstecken können. Natürlich war die Butik geschlossen wegen Feiertag.

An einer anderen direkt hinter einem Tunnel konnte ich nicht mit Karte bezahlen, da zuerst die Karte nicht lesbar war und beim zweiten Mal war sie nicht für das Terminal zugelassen. Auch hier war der Shop wegen Feiertag geschlossen. Komisch nur, daß die Frau vor mir auch unverrichteter Dinge wieder in ihr Auto stieg und nicht tanken konnte.

Ich versuche ja immer, ab einem Viertel Sprit im Tank eine Tankstelle aufzusuchen. Und ich denke nicht, daß der Diesel noch bis Bergen gereicht hätte.

Ich habe dann in Vossestrand eine Tanke gefunden, die so aussah, als wäre sie bereits seit 5 Jahren zu. Zumindest sah das Leuchtschild so aus. Da war es dann möglich für 900 Kronen Diesel in den Tank zu schaufeln. Und wieder 120 € los.

Zum Glück wird die Karte ganz normal akzeptiert. Einfach PIN eingeben. Ich habe auch mit der Kreditkarte schon Parkgebühren bezahlt in Sätra. Zum Glück ohne Pin. Da ich die vor Jahren mal vergessen habe und ich im Prinzip eine neue Karte beantragen müßte, um eine neue Pin zu bekommen.

Das war eben wieder eine Esso. Bei der Shell hinterm Tunnel ging es nicht. Vielleicht mag man meine Karte dort nicht. Und wenn man sieht, was die Esso an Karten annimmt scheint es so, als könne man da auch mit der Knax-Club-Karte bezahlen. Was es hier für abenteuerliche Karten gibt. Die Coop-Dingenskirchen-Karte und in Schweden vor Jahren konnte man mit der Volvo-Karte bezahlen. Nur nicht mit der EC. Was ich eigentlich tun wollte, um meine Parkgebühren zu bezahlen, damit ich Geld holen konnte, um zukünftige Parkgebühren bezahlen zu können. Da beißt sich der Hund den eigenen Schwanz ab, oder wie das heißt.

Jetzt ist die Karre wieder vollgetankt. Laut Anzeige soll ich 1285 Kilometer fahren können. Was Quatsch ist, weil die Anzeige sonst immer was bei 900 Km anzeigt. Vielleicht bin ich auch grad im Super-Energiespar-Modus.

Und irgendwann werde ich einfach mal das deutlich billigere Diesel für Trecker tanken. Mich hat noch nie einer angehalten und in meinen Tank geschaut.



Ich bin ein bißchen müde. Und wenn ich aufs Navi schaue sagt es mir, daß ich um 20:07 in Bergen sein soll. Ich frage mich gerade, das ist jetzt so eine Entscheidung, die ich treffen muß, fahre ich nach Bergen und versuche, dort einen Parkplatz zu bekommen, tigere noch einen Augenblick in die Stadt, gehe wieder zurück und lege mich pennen?

Oder parke ich gleich außerhalb von Bergen, bleibe dort und fahre morgen früh in die Stadt und schaue, was ich machen kann? Das Ding ist, daß morgen Sonntag ist und daß man da auf dem Supermarkt-Parkplatz auch nicht so stehen kann. Weil da morgen ja natürlich auch wieder geöffnet ist.

Das klingt jetzt ein bißchen bescheuert wenn man sagt "Morgen sind die Läden auf, morgen ist Sonntag." Aber das ist hier nun einmal so.

Auf der anderen Seite habe ich gesagt, natürlich kann ich nach Bergen reinfahren und kucken und wenn ich nichts finde fahre ich wieder raus. Dann habe ich halt zweifuffzig für Maut ausgegeben.

Die ursprüngliche Idee war, auf den Campingplatz Midttun in Nesttun zu gehen und mich dort 2 Nächte lang einzunisten und entweder mit dem stündlich verkehrenden Bus oder die 11 Kilometer mit dem Rad in die Stadt zu fahren.

Allerdings werde ich 2 volle Tage Bergen rein zeitlich nicht in meinen Reiseplan unterkriegen. Aber ein Abend und ein voller Tag müßte auch reichen, um sich ´ne Menge anzusehen. Finde ich!

Es gibt einiges, was ich nicht machen kann oder werde. Ich würde noch einmal auf den Fløien rauffahren, aber auf den Ulriken würde ich nicht hoch. Der ist zwar höher und die Aussicht vielleicht noch etwas eindrucksvoller. Aber ich muß es nicht unbedingt haben. Auf den Fløyen könnte ich sogar mal zu Fuß raufgehen.

Wichtig ist jetzt aber erstmal, einen Parkplatz zu finden. Es könnte sogar sein, daß am Sonntag das Parken kostenlos ist. Das war zumindest in Oslo mal so. Fragt sich wie es mit dem Sonnabend aussieht und was das ganze dann kosten wird. Teurer als ´ne Nacht auf´m Campingplatz plus Bus kann es auch nicht sein.



Der Norweger macht in meinen Augen beim Straßenbau einen ziemlich großen Fehler. Und zwar hat er die neue Straße noch nicht gebaut, aber die alte schon weggerissen. Was man hier in Baustellen über Buckelpisten fahren muß ist unfaßbar und unter aller Sau. Und das nicht nur bei einer Baustelle, sondern bei fast allen Baustellen ist das so.



Ich weiß nicht, durch wieviele Tunnel ich heute gefahren bin. 230 oder sowas. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. Es ist wahnsinnig anstrengend die Strecke heute. Es nimmt irgendwie kein Ende. Nur ständig irgendwelche Baustellen, Schilder, wo du 50 fahren sollst, dann wieder 60, 80, wieder 70, 60, 70, 80, auf 50. Es nervt wie Sau. Ich habe gerade überhaupt keinen Bock mehr. Und ich überlege, ob ich Norwegen überhaupt nochmal in nächster Zeit ins Programm nehme.

Es geht mir gerade so auf den Sack, dieses Gejuckel und Gegurke, und du kommst nicht weiter. Und das Ding ist, nur weil´s ´ne Europastraße ist heißt es ja nicht, daß es eine Autobahn ist, die mit unseren vergleichbar ist. In Dänemark ist die Europastraße auch gleich die Autobahn. Da wird dann unsere A7 zur E45 und fertig ist´s. Dann haben sie noch die E45, die von Irland, über England durch Dänemark rüber nach Schweden führt, und sonst noch ein paar. Und das sind dann Autobahnen. Und hier ist es einfach nur eine etwas besser ausgebaute Straße.

Und dieses Geeiere und Gejuckel und Runterbremsen und rauf und durch den Tunnel und schraub hoch. Das ist verdammt anstrengend.

Ich will halt immer noch Bergen erreichen. Wenn man ein bißchen besser drauf wäre und nicht so lange an der Homepage gebastelt hätte. Ich wäre nicht so müde und viel munterer. Wenn das in Bergen nicht klappt, glaube ich, drehe ich komplett durch.

Die Option, woanders hinzufahren, bleibt. Aber ich habe auch keine Lust, mit dem Bus in die Stadt zu fahren und dann irgendwann den letzten wieder zurück zu nehmen und immer darauf achten zu müssen, wann der Bus fährt. Dann lieber in der Stadt parken mit kurzen Wegen. Ich will an den Hafen und in die Innenstadt. Und morgen dann den Rest und dann Abflug.

Ich weiß auch noch nicht, ob ich Stavanger und den Prekestolen nicht einfach links liegen lasse, bzw. in diesem Fall rechts. An Stavanger interessieren mich eigentlich nur die 3 Schwerter im Fels. Die Stadt selbst nicht so. Ich weiß noch nicht, ob ich da überhaupt hinfahre. Es ist nicht so, daß ich keine Lust mehr habe, aber im Moment habe ich auf dieses Gegurke, auf irgendwelche Tunnel überhaupt keinen Bock mehr. Aber nun bin ich bald durchs Fjordland durch. Wenn es jetzt nicht Bergen als nächstes Ziel gewesen wäre, hätte ich mich schon lange irgendwo hingestellt und gepennt. Es ist sehr lang heute, aber jetzt ziehe ich es durch.



Außerdem hat man auf der E16 auf dem gelben Mittelstreifen in Querrichtung Rillen reingefräst, die, wenn man drauffährt, einen durchschütteln. Und das Problem ist, daß ich bei Kurvenfahrten ständig drauf gerate. Und das nervt auch. Und dafür, daß man in diesem Land den ganzen Tag mit Abblendlicht fährt, haben einige Leute echt mal beschissen eingestellte Scheinwerfer.



Siem Topaz Blick quer über den Hafen nach Bryggen, Fløyen und Ulriken rüber Bryggen Ich kann gerade mein Glück so richtig nicht fassen. Ich bin hier in Bergen angekommen. Ich stehe auf einem Parkplatz, der zugegebenermaßen sehr viel Schlagseite hat. Aber zur linken Seite. Das heißt es wird mich maximal an die Wand schleudern und ich werde nicht aus dem Bett fallen. Das ist okay.

Dafür kostet mich der Platz gerade mal nichts bis Montagmorgen 8 Uhr. Was ich allerdings noch nicht so richtig glauben kann. Jetzt mache ich mich mal auf in die Stadt, Richtung Bryggen. Hier ist bärig was los, die ganze Stadt ist einfach nur megavoll. Ich werde da mal eintauchen.

Auf meinem Parkplatz ist das Parken am Sonnabend von 15-20 nicht erlaubt. Ich kam wenige Minuten nach 20:00 dort an. Am Sonnabend muß man dort anscheinend von 8-10 bezahlen, der Sonntag ist frei.

Da ich nur "Bergen" ins Navigon eingegeben hatte, versuchte das Navi wohl, mich ins geographische Zentrum zu lotsen. Was es beim letzten Mal auch schon versucht hatte, aber diesmal bemerkte ich das rechtzeitig und geriet nicht in die verwinkelten kleinen Gassen.

Ich bog rechts ab und fuhr Richtung Bryggen runter, dann ums Hafenbecken rum am Fischmarkt vorbei, auf der anderen Seite des Hafenbeckens entlang, wo ich dann auf Höhe des gegenüberliegenden Bergenhus den Parkplatz in der C. Sundts gate fand. Von hier sind es gut 1 Km bis zum Fischmarkt.

Ich genieße den Hafen, das Treiben auf den Straßen, die Menschenmengen.
Und das als Menschenansammlungsneurotiker, dem Menschenansammlungen von mehr als einer Person viel zu viel sind.

Vom Fischmarkt entlang Bryggen bis zum Bergenhaus zieht sich ein Streifen von Buden, Karussells und Fahrgeschäften. Im Hafen liegen die Boote in 5er- und 6er-Reihen nebeneinander.

Schließlich mache ich mich auf den Weg zur Fløibahn. Die Schalter sind bereits geschlossen. Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Film aus der Reihe "Varg Veum" gesehen, der in Bergen entlang der Strecke der Fløibahn spielte. Seitdem spielte ich mit dem Gedanken, mal entlang der Strecke zur Bergstation hinauf zu gehen. Und das wollte ich jetzt tun.

Allerdings ist das anstrengender als gedacht und es gibt keinen direkten Weg entlang der Schienen, sondern nur fürchterliche Serpentinen, wo enorm viele Autos Richtung Bergstation hinauffahren.

An der Mittelstation der Bahn grübel ich, ob ich mit der Bahn weiterfahren soll. Der Weg ist endlos. Allerdings müßte ich noch ungefähr 20 Minuten warten auf die nächste Bahn nach oben. Und wenn ich oben bin, geht dann die letzte Bahn 30 Minuten später wieder runter. Das lohnt irgendwie nicht.



Fjellgate, Platz ist in der kleinsten Hütte Ich gebe auf. Das wird zu viel. Mir tun die Füße enorm weh. Ich bin ein Stück oberhalb der Mittelstation. Bis nach oben werde ich es nicht schaffen. Man kann weiter oben erkennen, wo der Weg zur Bergstation entlang führt. Das sieht sehr entmutigend aus.

Und wenn ich oben bin, müßte ich zu Fuß wieder runter. Das lasse ich besser. Und ich hatte heute schon Laufschwierigkeiten und ich will ja auch morgen noch etwas zu Fuß und mit Russel die Stadt erkunden.

Ich war letztes Mal schon am Abend oben und genoß das Panorama. Das ist absolut super. Ich werde morgen sofern das Wetter es sinnvoll erscheinen läßt hoch fahren. In aller Frische.

Ich gehe talabwärts. In einer Kurve stelle ich mich wieder an den Zaun und schaue über die Stadt. Hier war ich auf dem Hinweg schon und die Gruppe von Menschen war vorhin auch hier.

Am 17. Mai scheint es in Bergen dann abends Tradition zu sein, die Straße zum Fløyen hoch zu fahren und runter zu kucken. Ich habe keine Ahnung was die hier machen. Die sammeln sich alle. Immer mehr Autos kommen den Berg hoch. Die Leute parken, wo immer auch nur ein Hauch von Platz ist. Einige steigen nicht einmal aus.

Ich entschließe mich nach einigen Minuten, weiter zu gehen. Mir begegnen eine Menge Menschen, die den Berg hinaufgehen. Was wollen die da alle? Die letzte Bahn von oben fährt gleich.

Ich frage zwei Männer, die mir entgegenkommen, warum alle nach oben gehen und sie meinen, sie wollten das große Feuerwerk sehen. Das vielleicht um 23:00 beginnt? Ich weiß es nicht.

Unten vom Fischmarkt aus startet gerade ein Lichterumzug oder Fackelumzug Richtung Innenstadt. Das sieht ganz hübsch aus und ich hätte es in der Tat jetzt gerade gerne von unten gesehen.



Nahe der Mittelstation der Fløibahn Das Feuerwerk war wirklich nett. Vor allem das mit all den anderen Menschen zu erleben. So als sei man ein Teil Bergens. Ich hasse ja normalerweise Sylvester, aber das hat andere Gründe.

Ganz lustig wenn der Donner so einmal durch den ganzen Talkessel schallt. Ich wußte auch gar nicht, daß man Smileys feuerwerken kann.

Ich hatte die Idee, mich im Øvre Blekeveien vor die alte Feuerwehr zu stellen, dieses markante weiße Gebäude mit dem Turm, das man oft in Filmen aus Bergen sieht und das man von unten auch gut erkennen kann. Dort gibt es an der Straße ein Geländer, wo man schön stehen kann.

Leider hatten eintausend andere Menschen diese Idee ebenfalls. Aber ich habe mir einen Platz ergattert und konnte auch ganz gut sehen.

Nach dem Feuerwerk brach dann dort oben ein kleines Verkehrschaos aus. Aber mal ganz ehrlich... wer da mit dem Auto hinfährt hat auch selbst Schuld.



Nachtleben am Fischmarkt Der Nationalfeiertag ist für den Norweger auch ein Tag, wo man mal so richtig die Sau rauslassen kann und auch die Bierdose durchaus mal aus dem 3. Stock auf die Straße fliegt.

Die Leute stehen in langen Schlangen vor den Clubs, um reinzukommen. Es ist genau 0:00. Viele sind schon schwer angetrunken, die einem hier begegnen. Aus den Lautsprechern dröhnt "Bon Jovi - You give love a bad name"

Und ich habe herausgefunden, was es mit den roten Hosen auf sich hat. Es ist wirklich so, daß die Jugendlichen die Schule beendet haben.



Nächtlicher Blick über den Fischmarkt Was für ein grandioser Abend. Ich bin um 0:38 wieder am Auto. Es gibt Parkplätze, auf denen man gerade stehen könnte, aber ich weiß nicht, ob da dann gratis parken ist.

Hier ist es das, zeigt mir zumindest der Parkautomat an. Ist egal, ich bleibe hier. Muß ich nur morgen beim Kaffeekochen kucken, daß die Maschine gerade steht. Das ist schon ganz beachtlich, was hier an Schieflage ist.

Ich bin so durch und mir tun die Füße sooo weh. Und meine Beine. Der Weg vom Fløyen runter...

Unten am Hafen auf dem Kai gab es dann noch etwas zu essen. Was mal warm war, aber ich dann natürlich vor der Tür des McDonald´s erstmal das WLAN nutzte und mein Essen kalt wurde bis ich es dann am Wasser sitzend verspeiste. Deshalb nehme ich die Pommesquote hier erstmal raus. Ich könnte es nicht neutral bewerten.

Anschließend ging es noch über den Marktplatz und die Fußgängerzone zurück. Das wurde dann doch weiter als gedacht. Ich werde das Rad morgen nicht benutzen. Es ist doch sehr bergig. Wer hätte das bei dem Namen Bergen auch gedacht.

Es haben einige Leute hier extrem gut getankt. Männlein sowie Weiblein. Die Stadtreinigung kommt vorbei und räumt auf.

Ich kriege Besuch. Wie geil ist das denn?! Hier fährt einer auf den Parkplatz, stellt sich genau neben mein Auto, schaut zu mir rüber, sieht mich und fährt wieder weg vom Parkplatz. Ich bin ja einer, der auf dem Supermarktparkplatz sich in die hinterste Ecke stellt, um da seine Ruhe zu haben und seine Sachen vernünftig einpacken zu können und da auch ohne große Kurbelei wieder weg zukommen.

Und was ist? Genau neben dein Auto stellt sich irgendein Trollo und parkt dir die Schiebetür zu. Ansonsten ist aber überall 20 Meter um dich rum alles frei. Aber genau neben dir parkt einer. Entweder zieht mein Auto andere Autofahrer an oder die anderen suchen Gesellschaft und mögen nicht allein parken.

Ich finde es auf jeden Fall cool von der Stadtreinigung, daß man jetzt schon beigeht und aufräumt. Ich glaube, bei vielen Leuten ist eh nicht an Schlaf zu denken. Weil aus vielen Wohnungen immer noch sehr viel Lärm tönt. Wobei so langsam geht das jetzt. Da kann jetzt auch die Stadtreinigung mit ihrem Saugstaubwagen, der hier gerade an mir vorbeifährt, Radau machen.

Er ist ein kleiner aber er klingt als wäre er ein ganz großer. Der Macker dadrin fährt mit Kopfhörern, sonst hält man den Lärm ja nicht aus. Aber gut, so fliegt morgen nicht der ganze Dreck durch die Stadt. Und irgendwas muß der Norweger ja auch können, wenn er schon keine Baustellen kann.



Sternchen Ich behaupte mal, daß an einer Stelle entlang des Weges zum Stegastein hoch, an der es einen weiteren schönen Aussichtspunkt gibt, eine Szene aus einem aktuellen Volvo-Werbespot gedreht wurde.


Tag 15     Tag 17
Für Kommentare, Lob, Tadel oder Anregungen bitte hier klicken


Reiseberichte.com

Copyright © 2014/2017 X-DreamWorld