Sa, 3.5.2014 • Tag 2: Kopenhagen  ➟  Malmö


Wenn ich mir eines wünschen dürfte, dann daß die Nächte wärmer werden. Gestern in der City hatte es muckelige 9 oder 10°. Das ist echt mal kalt im Auto. Und bei den Temperaturen schlafen Menschen in Ladeneingängen. Noch meckert mein Knie nicht und ich habe 7 Stunden gepennt. Auf geht´s zur Meerfrau.



Meerfrau Man schießt mit Kanonen auf mich. Als ich pünktlich um 8 auf den Weg zur Meerfrau trete tat es einen lauten Schlag und Rauch stieg auf. Ich habe die kleine Meerfrau fast für mich allein. Nur ein deutscher Maler mit Sohn ist da und zwei Touris, aber die stören nicht.

Ich kann in Ruhe meine Bilder machen. Gleich kommen die Busse und spucken Millionen von Touristen aus. Aber mal ganz ehrlich, warum man so ein Gewese um diese Skulptur macht weiß ich auch nicht.

Die Fahrt zur Meerfrau führte durch Gegenden, wo man sagen kann, hier wohnt der normale Kopenhagener. Und so super gut die Radwege sein mögen (und deshalb macht es auch so Spaß, Rad zu fahren), so schlimm sind die Fußwege und die Straßen. Fast noch übler als in Hamburg. Und das heißt schon was.



Auf der Ecke bei der Meerfrau ist ein Viertel mit alten, gelbgestrichenen Häusern, an denen ich auf dem Hinweg vorbeikam und wo ich (wie ich mich erinnerte) vor ein paar Jahren schon einmal war. Da muß ich beim nächsten Mal wieder vorbeischauen. Ich hatte die Ecke bei den letzten Besuchen nie auf dem Zettel. Schade eigentlich.



Nach der Fahrt über die Öresundbrücke betrat ich schwedischen Boden. Und zwar direkt nach der Mautstation, wo mich der Zoll rauswinkte und mein Auto mit einer mobilen Röntgenanlage untersuchte. So ein LKW mit einem langen Ausleger, der 90° nach unten abknickte und da war der Röntgenapparat drin. Ich mußte aussteigen und mich in einer Art Bushaltestellenwartehäuschen aufhalten. Dann durfte ich wieder einsteigen und auf das Resultat warten. Als ihnen dann etwas komisch vorkam mußte ich hinten aufmachen, aber dann war alles in Ordnung.

Dank des unfähigen Navis fand ich den Aussichtspunkt auf die Brücke nicht. Das Ding hat mich schon in Kopenhagen im Stich gelassen. Naja, ich kenne mich da aber auch ein bißchen aus, deshalb war es nicht wild.

In Malmö wollte ich beim Strandbad parken. Das wollten tausende andere auch. Morgens um 10:00. Irgendeine Sportveranstaltung fand statt. Ich wich in ein etwas besseres Wohngebiet in der Nähe aus und hoffte, daß das okay war. Ein paar Straßen weiter mußte man bezahlen. Das hatte ich auf dem Hinweg gesehen.

Ich fuhr nach Ön. Mal sehen wie das mal wird. Noch ist es eher ein seelenloses Neubaugebiet. Immerhin sind schon P-Automaten da. Und das ist das Kranke an diesem Land. Man zahlt Unmengen an Parkgebühren.

Fischstände beim Malmöhus Über Malmöhus ging es in die Altstadt.

Gustaf-Adolfs-Torg ist zugemüllt wie eh und je. Viel zuviel Bettlervolk. Man wird sofort teilweise von dreien gleichzeitig mit dem Pappbecher zum Zahlen aufgefordert.

Und zu viele Leute, die dir Flyer andrehen wollen. Wegen Europawahl, wegen Islam ist doch keine extreme Religion.

Beim McDonald´s orderte ich wie folgt: "Can I have the Big Mac Stora Menyn, thanks?" Woraufhin ich in Folge permanent auf Schwedisch angesprochen wurde. Vielleicht sollte ich es immer sooo machen.



Mein Fahrrad heißt ja Russel weil es ab und zu mal rasselt. Heute knarzt es. Es fehlt Öl. Aber das ist nicht der Grund weshalb ich heute meistens schiebe. Mir tun die Klöten weh. Wenn man vom Massieren der Testikel einen Erguß bekommen sollte, dann müßte ich die ganze Zeit nur ejakulieren. Und außerdem tut mir mein Hintern weh. Wenn ich morgen noch in Ystad fahre habe ich hinterher hoffentlich einen Betonhintern und habe mich dran gewöhnt.

Ich bewege mich von Sitzbank zu Sitzbank. In Pilldammsparken geht das. Wo es glücklicherweise auch Toiletten gibt. Wenngleich das Pissoir (so heißen die Dinger in Dänemark und Schweden ganz offiziell) so eng ist, daß man den Rucksack besser vor der Tür läßt.

Möllevangentorget Der Weg nach Möllevangen und dem Möllevangentorget war nicht ausgeschildert. Schilder mit Richtungsanweisungen für Radfahrer gibt es zahlreich, aber keine für Möllevangen, aber irgendwann stieß ich auf die Berggatan, an der der Markt liegt.

Wenn da was los ist mag das ja ganz großartig sein, aber der Markt war anscheinend vorbei und es sah aus wie nach der Schlacht am alten Buffé. Schnell wieder weg. Aber mit dem Rad macht das keinen Spaß. Es gab nirgendwo Radwege.

Insgesamt war ich heute ziemlich genau 7 Stunden unterwegs. Von kurz nach halb elf bis kurz nach halb 6. Und das merke ich auch. Der Rückweg vom Västra Hamn zum neuen Parkplatz war grausam. Ich bin geeiert. Jeder Schritt war pure Selbstbeherrschung, nicht zu schreien. Und saukalt war es auch durch den heftigen Wind, der schon den ganzen Tag wehte.



Västra Hamn Nachdem ich von meiner Tour zurück war hatte ich kurz noch beim ICA Maxi eingekauft. Allein für die Brotauswahl lohnt es sich, nach Schweden zu ziehen.

Ich hatte vor Jahren mal eine Tube mit... Tubenkäse und Ei gekauft. Leider fand ich das heute nicht.

Zum Abendessen gab es Kamben, oder wie wir sagen SpareRibs. Am Wasser noch eine Dose Schwarzes Gold und kleine Salamisticks bis es zu kalt wurde.


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