Mi, 21.5.2014 • Tag 20: Arendal  ➟  Oslo


"In den norwegischen Bergen kriege ich immer ganz oft einen Tunnelblick"

- Deutscher Freiheitscamper, 2014


Die letzten Nächte waren zwar relativ warm und heute Nacht auch, aber irgendwie fühle ich mich ein bißchen krank ehrlich gesagt. So ein wenig Hals- und Rachenbereich.

Ich bin um 10 vor 8:00 aufgestanden, um 8:00 losgefahren, weil ab 8:00 für den Platz bezahlt werden muß. Und dann habe ich erstmal eine schöne Stadtrundfahrt gemacht, weil die Ausfahrt aus dem Zentrum raus gesperrt war. Das hatte ich gestern schon mitbekommen beim Reinfahren. Hatte heute aber zu spät begriffen, daß das auch meine Strecke betrifft, um rauszukommen.

Was dazu führte, daß ich erstmal durch die Stadt geeiert bin. Genau wie gestern als ich auf dem Weg zum McDoof war. Da habe ich Straßen kennengelernt, die möchte man gar nicht kennenlernen, so eng waren die.

Und heute stehe ich dann, nachdem ich eine Straße hinuntergefaren bin, plötzlich an einer Sperre. Und dachte nur so "ich fahre doch den ganzen Weg jetzt nicht wieder rückwärts zurück!" und gehe zu dieser Sperre. Es war so eine, die man aufklappen kann. Die aber mit einem Federmechanismus versehen war, der sie wieder zuklappen ließ.Sternchen

Das funktioniert, wenn man zu zweit ist oder den Mut hat, das Ding aufzumachen, sein Auto gegenzulehnen und sich im Zweifel ein paar schöne Andenken im Lack und im Blech mitzunehmen während man hindurchfährt.

Aber es kam gerade ein Jugendlicher vorbei, den ich gleich mal verhaftet und ihn gefragt habe, ob er so nett wäre, mir den bom aufzuhalten, was er auch tat und ich durchfahren konnte. Das war schon mal super. Sonst hätte ich da 200 Meter rückwärts fahren müssen. Die Straße war so eng, daß man nicht wenden konnte.

Jetzt bin ich auf der E18. Laut Navi bin ich auf eine Auffahrt Richtung Tvedestrand gefahren. Ich frage mich nur woher die Kartenleute immer diese Angaben haben in welche Richtung man fahren muß. In 95% aller Fälle gibt es die Bezeichnung, in die ich fahren soll, auf den Schildern gar nicht. Und als ich gestern nach Arendal gefahren bin sollte ich immer in Richtung Tromøy fahren, dabei stand Arendal selbst aber immer auf den Schildern. Besagte Insel Tromøy aber nicht.

Das heißt, die Leute, die die Daten in das Kartenmaterial und die Richtungen eingegeben und die RealView-3D-Mega-Turbo-Ansicht gebastelt haben, sind noch nie dort in der entsprechenden Ecke gewesen. Das habe ich in Hamburg auch ganz oft, daß man in irgendwelche Richtungen fahren soll, die überhaupt nicht auf einem Verkehrsschild stehen.

Und will ich nach Arendal und Arendal steht auf dem Verkehrsschild muß mich das Navi doch nicht in Richtung der vorgelagerten Insel Tromøy führen, für die ich kein einziges Hinweisschild finde.

Genau wie man mir sagt, ich solle die zweite Abfahrt des Kreisverkehres nehmen und in die und die Straße fahren. Als hätte ich Zeit, auf den Namen der Straße zu achten. Gut, sie stehen hier oben dran, aber beim Kreisverkehr habe ich andere Sorgen. Man könnte auch sagen "Bleiben Sie auf der 420" oder "Fahren Sie quasi geradeaus drüber". Die Schilder mit der Straßennummer sind ja meist gut zu erkennen.



Ausland Tvedestrand und Grimstad werde ich mal von meiner Liste streichen. Arendal und Risør kann man mal machen als Übernachtungspunkte.

Wahrscheinlich Risør noch mehr als Arendal, weil dort die Parkplatzsituation nicht die beste ist wenn man sich ab 16:00 einen Schlafplatz suchen will. Und wenn man noch eine weiße Holzhausstadt anschauen möchte.

In Risør sollte man sich jedoch vor Einbahnstraßen in Acht nehmen.



Was man hier sehr häufig benutzt sind diese elektronischen Preisschilder mit LC-Display. Wahrscheinlich um schnell auf Preisänderungen reagieren zu können. Kann man sich dran gewöhnen. In der Apotheke oder in der Metro und manch anderem Markt bei uns habe ich das auch schon gesehen. Aber hier ist es sehr häufig anzutreffen.

Es wirkt in jedem Fall nicht immer ganz so ramschig, wie wenn man irgendwelche gelben Zettel an die Regale macht, die dann verrutschen, mit Aktion! oder Billiger!! Und in dem Laden eben hat die Schokomilch 23,20 NOK gekostet, was bislang das ..nun.. günstigste gewesen ist. Gestern hatte ich sie im Angebot (!) für 24 bekommen, sonst kostet sie meistens 29 oder 30.

Und was auffällt ist, daß es auch hier vor den Supermärkten Menschen gibt, die einem irgendwelche Straßenzeitungen verkaufen wollen. Meistens Menschen, die nicht unbedingt von Natur aus norwegisch aussehen. Auch das gibt es. So viel zum Thema Sozialstaat Norwegen. Der vielleicht auch nicht jedem, der hierher kommt, ein goldenes Nest baut.

Auch gestern in Grimstad waren zahlreiche osteuropäische Bettlerinnen unterwegs. Das scheint sich auch in Norwegen jetzt durchzusetzen.



Manchmal denkt man ja schon "boah, kuck doch nicht so blöde!", aber manchmal, wenn die Leute blöde kucken, dann ist ja vielleicht auch was. So wie ich in Risør verkehrt in eine Einbahnstraße gefahren bin. Ich habe aber auch kein Schild gesehen, daß ich da nicht reinfahren durfte, aber plötzlich denkst du so "irgendwie stehen die Autos alle in eine Richtung" und dann schaute auch schon ein Händler, der da gerade am werkeln war, komisch. Und dann siehst du im Rückspiegel ein Schild, das dir sagt, daß du gerade verkehrt durch eine Einbahnstraße gefahren bist.

Im Norwegischen ist eine Gärtnerei ja eine Gartneri. Allerdings ist der Garten als solcher ein Hage. So wie beim Maulwurfn "Jemand te Hage?". Auch merkwürdig.



Ich bin in Portør und frage mich warum. Die Strecke hierher hat mir echt den letzten Nerv geraubt. Diese kleinen beschissenen Straßen. Ich werde jetzt einige Ziele weglassen. Vielleicht kann man das machen wenn man am Anfang seiner Tour und noch frisch ist und Lust hat.

Aber so langsam nach fast 3 Wochen habe ich auf diese engen bekackten Straßen überhaupt keinen Bock mehr. Nur rechts, links, du hast den totalen Tunnelblick weil du immer schauen mußt, ob einer kommt. Was um dich herum passiert interessiert schon überhaupt nicht mehr. Das nervt.



Die Frage ist, ob sich der Erholungsfaktor und der psychologische Streß, dem man sich aussetzt wenn man auf diesen kleinen Straßen unterwegs ist wie jetzt und mir ist gerade kotzschlecht, wirklich die Waage hält. Daß man sagt, es ist es wert, 2 Tage lang über engste Straßen zu fahren für eine Landschaft, die sooo reizvoll nicht ist. Wenn ich das mal so sagen darf.

Es ist interessant, es zu sehen, aber es ist nichts, wo du sagst "Wow! Ah! Oh!" oder man extra hierher fahren würde. Es ist eine sehr steinige, felsige Gegend, beinahe schärenartig. Eine Gegend, die nicht häßlich ist, aber ich würde deshalb nicht extra anreisen. Ich bin hier und ich sehe es.

Aber das Durchgeschütteltwerden, das ständige Beobachten der Straße bei einer einspurigen Strecke, ob einem einer entgegenkommt. Du fährst durch Felsendurchbrüche, die sind so breit wie die Straße, wo dir einer entgegen kommt und sie nicht all zu willens sind, nachzugeben, bzw. auch mal ein bißchen auszuweichen.

Dieses Durchgeschaukeltwerden, das ist total heftig. Ich bin gerade sowas von durch und kurz davor, die ganze Scheiße hinzuschmeißen und den direktesten Weg nach Oslo zu nehmen. Was ich wohl auch mache und mir nur noch ganz wenige Dinge auf dem Weg dorthin ansehen werde. Ich habe zum Beispiel Kragerø übersprungen weil ich meine, daß ich beim letzten Mal da auch irgendwie nur hingefahren bin, kurz dort war und wieder weg fuhr. Und dafür muß ich den Aufwand nicht betreiben.

Wenn man mal so für eine Viertelstunde oder eine halbe Stunde am Tag durchgeschüttelt wird, dann geht das. Aber ich bin seit 3½ Stunden unterwegs, mir ist gerade unheimlich schlecht. Ich bin total zermürbt und kurz davor, einfach nur zu heulen. Es macht dich einfach so fertig.

Und auf künftigen Touren werde ich diese Ecken aussparen. Wenn ich Stavanger und den Prekestolen machen wollte, dann werde ich danach gleich Richtung Oslo abdrehen. Ich glaube, selbst am Anfang einer Tour machen dich die Straßen hier schon fertig. Ich will niemanden entmutigen. Wer hier noch nicht war, sollte sich das mal ansehen. Ich bin jetzt zum wiederholten Male da, vielleicht hat es dadurch auch seinen Reiz verloren. Wer zu zweit unterwegs ist sollte sich abwechseln. Als Solofahrer ist das, so empfinde ich es, sehr anstrengend.

Heute ist ein komischer Tag irgendwie. Ich werde überhaupt nicht mehr richtig wach. Hab gerade ein wenig Pause gemacht. Ich weiß nicht, ob ich geschlafen habe, aber es kam mir sehr lang vor, wie ich da gestanden habe. Bedeutet aber nicht, daß ich wach bin.

Und das Rumgegurke macht langsam auch keinen Spaß mehr. Ich bin jetzt auf der E18 in Richtung Oslo unterwegs. Fahren ist super, nur habe ich langsam keine Lust mehr. Müde, Augen tun weh und magentechnisch ist auch nicht alles in Ordnung. Ich habe jetzt noch 32 Km bis Sandefjord. Überlegung ist, heute auf jeden Fall noch nach Oslo reinzureiten, was rein zeitlich gehen sollte. Ich werde dann nur total im Feierabendverkehr sein, wobei der wohl eher aus Oslo rausfährt. Ich muß mal kucken.

Ich müßte nochmal tanken. Auf dem Wege könnte ich noch ein paar Kronen loswerden. Wenn jetzt in Oslo nicht mehr großartig was kommt, vielleicht noch ein Tagesticket fürs Parken, dann habe ich noch zirka 700 Kronen übrig, die ich nicht unbedingt in Lebensmittel investieren muß. Irgendwelche Mautsachen werden, so wie es aussieht, ohnehin elektronisch erfaßt. Da würde ich meine Kronen eher noch vertanken, aber im Moment weist nichts auf eine Tankstelle hin. Vielleicht werde ich aber noch überfallen, dann bin ich sie auch los.



Ich mußte eben an zuhause denken und es zauberte mir ein Lächeln aufs Gesicht. Weil da eine gewisse Vorfreude ist, bald wieder nach Hause zu kommen, auch wenn´s erst in 4 Tagen sein wird. So´n bißchen Magenkribbeln ist da schon. Es geht ja auch langsam wieder Richtung Süden. Nächstes großes Ziel ist Oslo.

Und ab Oslo tendiere ich meist dazu, relativ zügig die schwedische Westküste hinunterzudüsen und vielleicht doch mal das eine oder andere auszulassen. Ich bin dieses Mal allerdings mit der Fähre fest auf den Sonnabend gebucht. An dem Tag selbst bin ich flexibel was die Abfahrt angeht. Und ich werde auch am Sonnabend erst fahren, nicht vorher. Weil ich trotzdem noch soviel wie möglich mitnehmen und auskosten möchte. Wobei die Schilder für Fähren Richtung Dänemark sind schon verlockend. Ich aber alle Tickets schon bezahlt habe. Da wäre es echt dumm, anders nach Hause zu fahren.

Ich bin mal gespannt auf meine Rechnung für die Maut. Man kommt ja alle Nase lang an Mautstationen vorbei. Hier 15 Kronen, da 20. Das läppert sich. Ah, hier sind es nur 12. Das ist okay. Äh, warum nochmal geht das hier, in Deutschland aber nicht?SternchenSternchen

Und mein Mobilnetzprovider wird mir für die über 60 Megabyte Datenroaming auch noch ´ne schöne Rechnung schicken. Ich habe es dann etwas gedrosselt, aber bei 53 ct/MB wird auch da noch ein netter Betrag fällig.

Heute Abend werde ich noch kurz mal telefonieren und meiner Erzeugergemeinschaft mitteilen, daß ich noch lebe. Die müssen auch denken, wo ich überall bin, wenn ich mich melde. Letztes Mal war ich noch in der Ecke des nördlichsten Punktes der Tour, heute habe ich den südlichsten Punkt Norwegens schon längst hinter mir. Da kommt man doch irgendwie schon verdammt schnell rum.

Und wenn ich mal so überlege, daß ich in 20 Tagen über 4000 Km gefahren bin, dann bedeutet das einen Tagesschnitt von ungefähr 200 Km. Das bekommt man aber gar nicht immer so wirklich mit. Klar hat man auch mal längere Strecken da mit drin wie Hamburg - Kopenhagen und zurück, was ja noch dazu kommt.



Ich muß dringend mal meine Unterlagen aktualisieren. In Sandefjord hatte ich auch nur das Waljägermonument auf dem Zettel gehabt. Und als ich da so um die Ecke komme denke ich "Ach ja, kennste!" Und so richtig interessant sah es auch nicht aus.

Und Innenstadtkucken habe ich langsam auch keine Lust mehr drauf. Irgendwann sieht einfach jede Innenstadt gleich aus. Das Wetter ist heute auch nicht so prickelnd. Es ist bedeckt. Lust, irgendwo durch die Gegend zu tigern habe ich keine. Deshalb geht es jetzt nach Tønsberg.

In Sandefjord hatte ich noch für 400 NOK getankt, damit sollte ich bis nach Schweden kommen. Da wird dann nochmal vollgetankt. Damit komme ich dann bis nach Hause.

Hört sich ein bißchen so an, als hätte ich schon mit Norwegen abgeschlossen und irgendwie habe ich das auch. Jetzt kommt noch Oslo, dann Gamle Fredrikstad und Halden. Und dann ist ja schon wieder Schweden angesagt.



Ich finde es echt unglaublich, wieviele Mautstationen es hier gibt. Man hat das Gefühl so alle 5 Kilometer auf der E18 kommt eine Mautstation. Einige noch im Bau. Aber wenn die mal so weit sind. Dann zahlst du alle paar Kilometer deine 12 NOK. Und eben waren es auch mal wieder 15 Kronen auf den Weg nach Tønsberg rein.

Ich weiß nicht, was die hier den ganzen Tag an Maut bezahlen und ob man noch Kfz-Steuern zahlt. Aber inzwischen ist das echt ein Wahnsinn wieviele Mautstellen ich heute schon passiert habe. Und in wievielen Städten man das mittlerweile macht. Langsam wird´s lästig.

Hmmm, Sentrum Nord oder Sentrum Syd? Ich meine, habe ich jetzt ein Zentrum oder habe ich ein Zentrum?



Ich bin über Horten gefahren und wollte per Tunnel unter dem Oslofjord durch nach Moss. Und von dort über Drøbak nach Oslo, um auch ein wenig diesen 35.000 Mautstellen rund um Oslo zu entgehen. Das hat jedoch nur mäßig geklappt, weil sich der Tunnel als Fähre herausgestellt hat. Die auch 112 Kronen kostet. Bei der man eine Menge gewinnt wenn man nicht nach Oslo fährt, sondern Richtung Süden will, dann macht man im Zweifel ´nen guten Schnitt dabei. Weil man sich dann die ganze Oslo-Geschichte sparen kann.

Ich denke nicht, daß es sich für mich gelohnt hat. Aber nun ist es auch egal, jetzt stehe ich auf der Fähre. Ich habe nicht einmal mehr Lust, aus dem Auto zu steigen und auf den Oslofjord zu schauen während ich ihn quere. Die Luft ist schon ganz schön raus muß man sagen.

Es war schon so eine Art Gewaltmarsch die letzten zwei, drei Tage von Bergen aus nach Oslo. Es sind jetzt gar nicht mal so viele Kilometer. Ein LKW-Fahrer würde sich totlachen über so eine Entfernung. Und 150 Kilometer fährt man ja auch normalerweise locker in 1½ oder 2 Stunden. Aber dadurch, daß ich diese engen Straßen mit all ihren Kurven gefahren bin brauche ich einfach viel länger.

Beim nächsten Mal würde ich gleich hinter Bergen oder spätestens hinter Stavanger, bzw. Prekestolen Richtung Oslo abdrehen. Und dies wird mit 24 Tagen meine längste Tour. Vielleicht wird die nächste kürzer.



Die Oper von Oslo Das Osloer Rathaus Das Schloß vom König Aker Brygge, Blick auf Akershus Aker Brygge, von Tjuvholmen aus gesehen Lichtkunst am Klo vorm Rathaus. Der Russel... Ich bin an der Oper in Oslo. Ich habe es geschafft. Nicht der Weg von meinem Standplatz in der Nähe vom Ekeberg Camping war das Problem, wobei ohne Navi wäre ich da auch kläglich gescheitert, weil man von oben diese Stadt überhaupt nicht einsehen kann, wo man jetzt hin muß. Dann läuft da die E18 quer durch und man muß sehen, wie man über die hinüberkommt.

Das Problem ist, du kommst in die Innenstadt und ganz Oslo ist eine verfickte Baustelle. Die haben hier die ganze Stadt straßentechnisch auseinander genommen. Vielleicht schaffen sie es irgendwann einmal, Radwege zu bauen. Bis jetzt haben sie es noch nicht geschafft, nicht mal bei den Ersatzstraßen, die sie gebaut haben.

Wenn ich von der Oper aus kucke, dann sehe ich Brückenpfosten, Pfeiler, Pylone, die ich, und es tut mir leid, vor 5 Jahren schon gesehen habe, und die damals schon so aussahen wie jetzt. Entweder sind es Schornsteine und ich habe mich vertan oder es sind Pylone und es fehlt noch immer die Brücke oben drauf.



Was ich mich immer frage ist, was König und Königin eigentlich abends immer so machen, wenn sie in ihrem Schloß sind.

Sagt er dann so zu ihr "Hömma, wat wills du in Fernsehen kucken? Auf´m ersten kommt ´n Krimi, auf´m zweiten kommt ´ne Wissenschaftsshow und im Dritten ein Portrait über das norwegische Königshaus" und sie so "Och nö, nicht schon wieder die alten Bilder vonne Verwandschaft. Kennen wir den Krimi schon? Sonst laß Wissenschaft kucken". Was macht man abends so als König oder Königin?



Was soll ich sagen? Die Entscheidung, heute noch nach Oslo zu fahren, war absolut richtig. Als ich ankam so um zwanzig nach 5 nieselte es ein bißchen. Ich habe mich dann aufgemacht ins Zentrum. Mit etwas Nieselregen dabei. Relativ warm das ganze. Beinahe schwül. Da tat der Regen fast schon wieder gut.

Ich sitze im Augenblick auf einem Pier und blicke auf das häßlichste Rathaus der Welt. Ich hatte vorher schon eine ganze Weile auf Aker Brygge zugebracht.

Dort habe ich allein eine Stunde auf einer dieser fest installierten Liegegerätschaften gelegen, auf denen man sich dort breit machen kann. Einfach herrlich. Das sollte es überall geben.

Ich weiß nicht, ob es sowas in der Hamburger HafenCity gibt oder jemals geben wird. Aber das sollte man tun. Es ist wirklich ein sehr lebendiger Stadtteil.

Bei früheren Besuchen, als Aker Brygge noch relativ neu war, war es ein wenig tot, mittlerweile sind ganz viele neue Gebäude dazugekommen und es wirkt alles sehr harmonisch und unglaublich ruhig und gelassen am Wasser. Ich finde es toll. Auch auf Tjuvholmen.

Überall auf dem ganzen Gelände gibt es Cafés und Bars und Restaurants und der Norweger nutzt das und sitzt draußen, gerne ja auch schon morgens um 8. Da habe ich auf der Tour die ersten schon draußen sitzen sehen.

Ein schöner, lauer Abend. Mal sehen, wenn ich gleich zurückkomme und vor allem wie ich gleich zurückkomme, da es ganz fürchterlich bergauf gehen wird, ob mein Auto dann da noch steht. Oslo ist eine Baustelle, seit wenigstens 5 Jahren, als man hier schon angefangen hat, zu reißen.

So richtig weitergekommen sind sie nicht. So wie ich es sehe. Und sie haben richtig viel aufgerissen. Nicht nur eine Straße, sondern überall und als Radfahrer weiß man überhaupt nicht, wo man hinsoll.

Morgen werde ich mir das ganze noch einmal im Hellen ansehen und mich dann nachmittags Richtung schwedische Grenze aufmachen. Wie nach jeder Tour durch Norwegen ist Oslo der krönende Abschluß. Kopenhagen, Stockholm und Oslo kann man nicht miteinander vergleichen. Alle haben ihre Stärken und Schwächen.

Zu Beginn heute war ich von Oslo nicht sooo begeistert, aber das angenehme Wetter, der tolle Abend auf Aker Brygge, das war schon schön. Und wie lange es hell ist. Wir haben jetzt 5 Minuten vor Mitternacht. Langsam wird es etwas kühler. Und für diese 6 Stunden, die ich jetzt hier bin, hat sich die ganze Gurkerei heute Morgen und die letzten Tage schon gelohnt. Das hat hier heute richtig Spaß gemacht und Oslo wird für immer auf meiner Liste stehen.



Sternchen Später bei Google Maps habe ich dann gesehen, daß man die Sperre in beide Richtungen öffnen kann. Man gelangt dann auf die Einfahrt zu einem Parkhaus, das in den Fels gebaut ist. Man kann sogar ein Schild sehen, das einem die Fahrt gegen den "Schlagbaum" (bom) auf eigene Verantwortung gestattet. Und so wie die Sperre aussah, wird das auch häufig gemacht. Fragt sich nur, wie die Autos danach aussehen.

SternchenSternchen Die Rechnungen kamen dann auch. Im September, im Oktober, im November. Schön einzeln und man wußte nie, ob nicht noch mehr kommen. Und man wußte auch nie genau, von welcher Mautstelle das jetzt gerade war. War mir auch zu nervig, jede einzelne Rechnung online zu prüfen.


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