Sa, 24.5.2014 • Tag 23: Malmö  ➟  København


Ich lasse mir Zeit heute Morgen. Um 8:00 lege ich die Parkscheibe aufs Armaturenbrett. Das gibt mir 4 Stunden Zeit, bis ich von hier los muß. Allerdings ist das Wetter nicht so prickelnd als daß ich jetzt große Lust hätte, durch die Stadt zu toben. Ich werde gleich noch mal ein bißchen ans Wasser gehen und ein wenig den Öresund geniessen.

Als ich vorhin eine Dachhaube aufgemacht hatte flogen irgendwann direkt über mein Auto, ich vermute mal, Schwäne. Das hat ein solches Geräusch gemacht, das kannst Du in jedem Horrofilm verwenden. Scary. Und das ist auch nichts, was ich nachts mal hören müßte. Ich würde mir vor Angst in die Hose machen. Das war so ein fieses Geräusch.



Als Bootseigner wäre es für mich, glaube ich, schon ein Problem wenn man nebeneinander liegt und irgendjemand kommt, der neben Dir liegt, und alle Leute stapfen erstmal über Dein Boot drüber. Das würde mich schon stören, auch wenn ich es wohl dulden müßte, andererseits würde man in so einer Situation ja selbst auch bei anderen übers Schiff latschen.

Und zum anderen hat man auch gut zu tun, wenn einer anlegt oder ablegt und man denen dann natürlich dabei hilft. Und seine Position wechselt, um aus einer Fünferreihe und einer Zweierreihe eine Vierer- und eine Dreierreihe zu machen. So wie es nach dem Feiertag in Bergen der Fall war, als nach und nach die Boote aus dem Hafenbecken fuhren.



Västra Hamnen, Malmö Västra Hamnen, Malmö, angelegt wie ein altes Fischerdorf Der Bademeister ist da Ich bin auf dem Weg vom Västra Hamnen zurück zum Auto. Für mich heißt es jetzt Abschied nehmen. Zumindest von Malmö.

Vorher bin ich noch ein wenig durch Bo01, auch "Stadt von Morgen" genannt, im Västra Hamnen geschlendert und ich muß sagen dieses Viertel hat Flair.

Wenn man dort durchgeht hat man das Gefühl man ist in einem sehr alten Fischerdorf und nicht ein einem Gebiet, das man zu Beginn des neuen Jahrtausends gebaut hat.

Wenn man hinter dem Turning Torso, den ich jetzt auch schon seit 2005, dem Jahr seiner Erbauung, kenne, längs geht stehen da einzelne Häuser, wo jedes anders aussieht als das daneben, vier Einfamilien-Reihenhäuser in verschiedenen Farben.

Dann gibt es einen Komplex, der, wenn man auf den Hinterhof geht, aussieht wie ein altes Fabrikgebäude, das man zu Wohnraum umgebaut hat.

Es gibt ein Haus, das aussieht wie ein Gewächshaus, aber da waren 2 Wohnungen nebeneinander drin, die aber nicht besonders hohe Decke hatten. Also alles unterschiedliche Häuser. Das ist alles harmonisch und organisch.

In der Hamburger HafenCity hast Du eher das Gefühl, daß da Klötze hingebaut und irgendwie ein neuer Wohnpark hingerotzt wurde.

Das gibt es hier natürlich teilweise auch, aber oftmals könnte man sich in den kleinen "Fischerdorfgassen" stumpf verlaufen. Da geht es hier herum, dann steht man plötzlich da auf dem Hinterhof...



So, 14:00. Alle Einkäufe sind getätigt. Ich war zuerst in einem ICA Kvantum, dem ICA Malmborgs Limhamn, der von der Größe her unterhalb der größeren Stormarknads rangiert, wo man aber auch keinen Halmdstad Cider hat. Gestern im Stormarknad meinte der Mensch, daß die eventuell grad keine Saison hätten und es deshalb keinen gäbe. Finde ich nur etwas komisch, daß jetzt wo, der Sommer losgehen soll, es warm wird und man grillt und sich dann doch gerne einen gut gekühlten Cider reindrücken möchte, es diesen nicht geben soll.

Aber auch hier im WiLLY:S gegenüber gibt es keinen. Ich meine, ich hätte anfangs 18 Dosen gehabt, und grübel gerade darüber, daß ich in 21 Tagen 18 solcher Dosen getrunken haben soll. Hmm.. Ich habe noch etwas Schnabulation für die Rest-Tour besorgt und mache mich jetzt auf nach Kopenhagen. Inzwischen brennt die Sonne, wie üblich in den letzten Tagen. Das verspricht, in Kopenhagen spaßig zu werden, bei dem Wetter macht das gewiß richtig Laune. Ich düse dann mal rüber.



In Schweden gab es dann zum Abschied noch mal ein Mittagessen. Ein halbes Hähnchen. Zum Glück nur ein halbes, denn ein ganzes wäre ja doppelt so schwierig gewesen, zu essen. Meistens gab es in den Märkten ganze Hähnchen und das ist mir dann doch immer ein bißchen zuviel und zu fummelig. Man hat schon genug damit zu tun, ein halbes Tier zu zerlegen.

Ich hätte im Prinzip den ganzen Laden leerkaufen können. Ich habe jetzt noch fast 600 Kronen. Schade ist, daß man die Sachen meistens bei uns nicht bekommen kann, zumindest nicht in der Menge oder nur sehr teuer.

Einen schwedischen Supermarkt würde ich einem norwegischen wegen der Auswahl immer vorziehen. Gerade seit dieser Tour finde ich das Angebot in Schweden deutlich besser. Warum ganz genau kann ich gar nicht mal sagen. Aber ich finde es spannender, durch einen Markt in Schweden zu stöbern als in Norwegen und besser sortiert.

Von der Fähre werde ich morgen noch etwas Bier mitnehmen. Ich werde noch eine Palette von den schwarzen Carlsberg kaufen und mal sehen, was sie noch haben.

Dänemark hat mich wieder. Gleich taucht links neben mir der Flughafen von Kopenhagen auf.



So, nach schlappen eineinhalb Stunden vom Beginn der Abfahrt in Malmö stehe ich in der Nähe meines Stammparkplatzes. Auf dem Gelände des Bellahøj Campingplatzes ist ausgerechnet heute mega was los. Buden, Riesenräder, Musikbühnen und hunderte von Autos. Camping scheint auf diesem Platz jedoch seit Jahren nicht mehr stattzufinden. Jedenfalls nie, wenn ich die letzten Male in Kopenhagen war. Nur einmal stand ich auf diesem zwar billigen, aber auch total versifften Platz. Das erste und letzte Mal.Sternchen

Ich stehe jetzt im Bellahøjvej. Aber schlafen möchte ich nicht unbedingt hier. Weil man sehr dicht an der Straße steht. Das bedeutet Lärm und Schaukelei durch den Wind der Vorbeifahrenden. Im Zweifel ist heute Abend neben dem Gelände wieder was frei, wenn einige der Leute wegfahren.

In der Stadt haben meine beiden Navis versagt und ich bin durch unzählige Einbahnstraßen gezuckelt. Irgendwann bin ich rechtswidrig abgebogen. Sonst wäre ich nie aus diesem Straßengewirr rausgekommen. Furchtbar. Hier ist was gesperrt, da darf man nicht abbiegen. Jetzt geht es mit dem Rad ins Zentrum. Den Weg kenne ich beinahe im Schlaf.



Ist heute Feiertag? Die Geschäfte jedenfalls haben geöffnet. Es sind unwahrscheinlich viele Menschen unterwegs. Ich bin mit dem Rad ins Zentrum gefahren, nicht ohne daß mir das rechte Bein weh tut. Aber ist ja nur noch heute.

Und dann komme ich an die Kreuzung, wo es dann in die Fußgängerzone geht, bzw. zum Rathausplatz. Dort strömten Massen von Menschen. Wenn ich da runtergewollt hätte wäre das ein ganz schönes Geschiebe geworden. Also habe ich mich entschlossen, in die Ecke zu fahren, die ich beim letzten Mal sozusagen wiederentdeckt habe und die mal wieder zu besuchen. Man fährt die Bernstorffsgade zwischen Hauptbahnhof und Tivoli geradeaus runter Richtung Wasser, bis man östlich der Langebro-Brücke auf den Ring 2 trifft.

Da unten habe ich früher gerne geparkt. Es war einer der ersten Parkplätze, die ich hier so hatte, und habe dort auch schon Nächte verbracht. Obwohl es ein Bezahlparkplatz ist, aber man ist recht dicht am Zentrum. Und wenn man dort außerhalb der kostenpflichtigen Zeit stand hatte man einen kostenlosen Platz mit gutem und kurzem Weg zum Zentrum.

Allerdings hat man in Kopenhagen vor einigen Jahren die Zeiten, in denen man bezahlen muß drastisch geändert und auch hier gibt es inzwischen Parkplätze, an denen man von 0-24 bezahlen muß. Und ich weiß nicht, wie die Bedingungen jetzt gerade für diesen Platz sind.

Diese Gegend entlang des Kanals hat in den letzten Jahren eine Aufwertung erfahren. Und zwar hat man hier Stege, die übereinander und untereinander verlaufen, ins Wasser gehen und wieder zurück mit Badeplätzen gebaut. Es fahren Boote auf dem Kanal, Jugendliche springen von den hohen Stegen ins Wasser. Es sind zahlreiche Menschen am, im und auf dem Wasser. Gefällt mir gut.

Auch die gegenüberliegende Seite, die man über die Langebro erreicht, wurde hübsch gemacht mit Parks, Liegeflächen und einem Bad.



Es liegt allerhand Kriegsschiffgerät im Hafen. Unter anderem unsere Fregatten "Hamburg" und "Mecklenburg-Vorpommern". Dazu ein mit A1442 gekennzeichnetes Schiff und die norwegische "Helge Ingstad". Auf der Hamburg ist eine ziemliche Party im Gange. Unter anderem mit dem Song "Die Karawane zieht weiter, dä Sultan hätt Doosch!" Die Damen und Herren sehen alle sehr zivil aus. Scheint eher eine Privatparty zu sein. Wie gesagt, ich weiß nicht, was hier heute los ist. Ich sehe viele Flaggen, was ja eigentlich immer ein Zeichen für irgendwas ist. Wenn die Leute im Park picknicken und ihre kleinen Dänenfahnen aufstellen.

Ich hatte beim Waffelbäcker ein Eis. Ein großes Eis. Ein wirklich großes. Für zwei Leute ausreichend. Ansonsten tut es auch ein mittleres. Aber es war lecker. Inzwischen bringt die Bordbeschallung der Hamburg den Kopenhagenern weiteres deutsches Liedgut zu Gehör, oder besser gesagt niederländisches. Gerade läuft "Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?" und das bei strahlendem Sonnenschein. Es macht richtig Spaß, unterwegs zu sein.

Ich bin nach Christiania gefahren, aber an Christiania vorbei. Und dann Richtung Kraftwerk raus, wo man auf einer ehemaligen Luftmarinebasis, so nennen sie es, ein neues Wohngebiet gebaut hat. Ich finde es immer wieder erstaunlich, daß sobald die ersten Wohnungen da sind auch gleich Leute da wohnen. Die Marina ist auch total voll, vielleicht war sie das vorher auch schon. Es sind noch nicht alle Häuser fertig gebaut. Und kaum ist irgendwo so ein Projekt angefangen wohnen da auch gleich Menschen.



Als damals die Einsätze im Irak losgingen, sollen die Dänen, so hatte mir eine Dänin seinerzeit erzählt, Schneepflüge in die Wüste geschickt haben. Nun weiß ich nicht, wie die Schneesituation so generell im Irak ist. Und jetzt schaue ich in Kopenhagen vom A. P. Møller-Maersk-Gebäude aus auf die Marinebasis gegenüber. Normalerweise sind ja Marineschiffe eher in grau oder graublau gestrichen. Jedoch ein Schiff da drüben ist in olivgrün gehalten. Satire OnIch vermute mal, das hat man für Landeinsätze so gestrichen. Satire Off



So, noch einmal zurück über Nyhavn. Mit dem Fahrrad totaler Wahnsinn, da durchschieben zu wollen. Danach auf direktem Wege zu meiner Wohlfühloase, wie ich sie nenne. Die Toiletten unter dem Amagertorv. Wohlfühloase ist vielleicht zuviel gesagt. Aber sie sind sehr gepflegt und ein Besuch dort ist sehr erleichternd.



Auf dem Rathausplatz, Kopenhagen Auf dem Rathausplatz, Kopenhagen Man soll ja aufhören wenn es am schönsten ist und zufällig so gegen 21:00 habe ich beschlossen, daß es jetzt am schönsten ist und ich mich deshalb via Strøget und Rathausmarkt zu meinem Parkplatz begeben werde. Das wird eh noch lang genug dauern.

Ich komme an der #HappyWall vorbei, die es immer noch gibt und von deren Konzept ich immer noch begeistert bin.

Denn eigentlich kann man mit relativ wenig Aufwand den Leuten total viel Spaß bieten. Wenn ich Geldgeber finden würde, würde ich sowas in Hamburg auch initiieren wollen.

Ansonsten habe ich noch eine schöne Zeit gehabt in Kopenhagen. Mit einer geschrotteten Hose. Natürlich genau an der Stelle zwischen den Beinen.

Ich gehe deshalb jetzt eben besser nicht cowboymäßig, sondern eher mit eingeklemmten Schwanz. Also... bildlich gesprochen. Die Belastung war für die arme Jeans wohl zuviel und sie ging da kaputt, wo meine Hosen immer kaputt gehen.

Ein lauschiger Abend, der langsam etwas kühler wird, weshalb ich mich nun auch auf den Weg zurück mache. Ich bin im T-Shirt unterwegs, habe keine Jacke dabei, weil ich es drauf ankommen ließ, daß es irgendwann eventuell zu kühl wird. Und der Zeitpunkt paßt auch gerade.



Am Amagertorv unterhält ein Künstler die Leute. Er steckt quasi in einer Art Tisch, über den stabile Folien hängen, so daß man nicht drunter schauen kann. Alles ist in Silber gehalten. Er auch. Und rechts und links von sich hat er ausgestopfte Köpfe, die er mit seinen Händen bewegt. In der Mitte ist er.

Mit so einem Pfiepding, das man früher für 50 Pfennig auf dem Jahrmarkt gekauft, sich das Teil an den Gaumen gehauen und dann rumgezwitschert hat. Und wenn man ihm zu nahe kommt, zum Beispiel um Geld in seinen Topf zu werfen, tritt er mit dem Fuß gegen die dicke Folie, was ziemlich laut ist und die Leute erschrecken sich ganz fürchterlich, was natürlich für Gelächter sorgt. Das ist ganz spaßig, da zuzuschauen.



Fish ♥ Kiss in der Strøget, Kopenhagen Und man trifft hier auf sehr kuriose Jobs, wenn man das so sagen kann. Und zwar kennt man in Kopenhagen ja schon die Leute, die in Fußgängerzonen stehen und Werbeschilder für Restaurants, Lokale oder eine Bar halten mit dem Pfeil nach rechts oder links. Je nachdem, in welche Richtung es zu dem Laden geht.

Was ich als einen der erniedrigensten Jobs überhaupt ansehe, na gut, wenn´s Geld gibt. Apropos Geld.

Bei Fish ♥ Kiss kann man für 99 DKR 15 Minuten lang seine Mauken in ein Aquarium stecken und dann fangen Fische an, daran rumzuknabbern. Bei meinen verschwiemelten Füßen hätten sie richtig gut zu tun, aber ich lasse es lieber. Außerdem habe ich die 99 Kronen nicht.



Morgen geht´s nach Hause Ach, wie werde ich das Kreisverkehrfahren vermissen. Wie eine Geschwulst am Hintern. Die vermißt man ja auch ständig.













Sternchen Die Saison im Jahr 2014 ist angegeben vom 01.06-31.08.



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