So, 25.5.2014 • Tag 24: København  ➟  Hamburg


In der Gegend der Østre Voldgade, Kopenhagen In der Gegend der Østre Voldgade, Kopenhagen In der Gegend der Østre Voldgade, Kopenhagen 25. Mai. Tag der Rückreise.

Ich war gestern nochmal in diesem alten Viertel mit den gelb getünchten Häusern. In der Gegend der Østre Voldgade.

Das ist schon ganz lustig, was da noch alles so rumsteht und daß das immer noch bewohnt ist.

Bei einigen Straßen gibt es in der Mitte riesige Grashügel. Aber sie gehen nicht über die gesamte Straßenlänge.

Und in anderen Straßen gibt es sie überhaupt nicht. Vielleicht als Durchfahrtssperre? Bestimmt fast 3 Meter hoch. Und an den Seiten wölbt er sich nach unten und läßt Platz für den Fußweg.

Es gibt einen Plan, auf dem man sehen kann, genau auch wie schon von außen, daß diese Häuser innen nicht besonders groß sind.

Aber man scheint dort sehr gerne wohnen zu wollen. Ich habe nichts gesehen, was unbewohnt schien.

Auch hier hat man sich die Fensterscheiben zum Teil bis zur Hälfte mit Milchglasfolie beklebt. Was auch etwas wäre, was mich sehr irritieren würde, wenn Leute an Deinen Fenster entlang flanieren und in Deine Küche glotzen.

Küche ginge noch, aber Wohnzimmer oder Schlafzimmer muß nicht sein. Das haben in Västra Hamnen auch einige gemacht, die ihre Fenster nach vorne raus hatten.

Es ist schon ganz interessant, mal durch dieses alte Quartier zu streifen. Das ist jetzt kein Highlight, aber nach einigen Jahren war es mal wieder ganz nett, hier gewesen zu sein.



So, es ist 7:27. Da ich heute ja sozusagen freie Fährenwahl habe, zumindest steht das so auf meinem Zettel, werde ich mich langsam auf den Weg zu selbiger machen und von Kopenhagen aus nach Rødby fahren. Wäre super wenn ich gleich eine Fähre bekommen würde. Entsprechend früher wäre ich zuhause und könnte meinen Krempel aus dem Auto holen und wegpacken.

Gepennt hatte ich gut und erfroren bin ich auch nicht. Die Sonne knallt schon wieder vom Himmel. Ich werde jetzt völlig entspannt losfahren. Kein Streß mehr.

Nicht wie gestern, wo ich wie auch schon vor drei Wochen in Kopenhagen das Satellitensignal für die Navis verloren hatte. Es scheint eine Spezialität von Kopenhagen zu sein, daß ich nur dort über lange Zeit keinen Empfang habe. Entweder sind die Häuser und die Bäume so hoch, daß hier nichts geht oder in dem Navigon, und das vermute ich mal, sind so schlechte Empfänger drin.

Das Gerät brauchte erstmal 5 Minuten um überhaupt wieder etwas anzuzeigen. In der Zeit bin ich natürlich erstmal weitergefahren. Bis ich irgendwann realisierte, daß da keine Ansage mehr kam. Dann aber kam eine und ich wurde durch Gassen geführt Richtung Fredriksberg, wo man ständig an Ecken kam, an denen man nie dorthin abbiegen konnte, wohin man laut Navi sollte.

Ich stehe schon auf LKW-Modus im Navigon und man wird trotzdem durch engste Straßen geschickt. Auch sollte ich mal entgegen der Fahrtrichtung durch eine Straße fahren. Ein ziemlicher Krampf. Gerade mit einem Wohnmobil sollte man sehen, daß man auf den "größeren" Straßen bleibt. Mein Camper hat ja normale Transporterausmaße, da geht das noch.

So, Taste "Nach Hause" beim Navi ist gedrückt.



Ich habe gestern nochmal nachgeschaut. Es schien kein Feiertag gewesen zu sein, der 24. Mai. Und trotzdem fuhr heute noch ein Bus mit Flaggen geschmückt in Kopenhagen umher. Aber das macht man im Zweifel in Dänemark auch gerne mal so ganz ohne offensichtlichen Grund. Da flaggt man gerne mal. Bei der Hochzeit, Geburtstag oder Picknick.

Wenn man das bei uns machen würde und rund um sein WoMo Deutschlandflaggen aufstellt, dann würde man schon reichlich schief angeschaut und gefragt werden, in welcher rechten Splitterpartei man Mitglied ist. Irgendwie haben wir ein Problem mit sowas. Im Gegensatz zu Schweden, Dänemark oder Norwegen.

Es gibt in Dänemark kleine Flaggensets zum auf den Tisch stellen, Becher, Pappteller oder Bleistifte mit Flagge dran. Ich selbst habe mal so einen geschenkt bekommen. Das bekommt man das ganze Jahr lang im Supermarkt. Bei uns gibt es das eigentlich nur bei einer Fußball-WM oder EM so. Das macht man hier auch wenn kein Fußballturnier ist. Vielleicht ja weil Dänemark da auch nicht so oft dran teilnimmt.

Bei uns findest Du bei Fußballturnieren die beklopptesten Sachen mit Schwarz-Rot-Gold drauf, daß es fast schon wieder peinlich ist.



Man hört immer wieder von Leuten, die in Kanäle gefahren sind, weil sie blind ihrem Navi vertraut haben. Und man sagt ja, daß man seinem Navi nicht blind vertrauen soll, sondern selber etwas denken. Ich habe ein Navi, bei dem ist das gut wenn man selber denkt. Da mal eben wieder für 7 Kilometer das Satellitensignal weg war. Aber da ich Schilder lesen kann wußte ich ja, daß ich den rechten Fahrspuren folgen mußte. Vom Navi kam nichts, bis mir auffiel, daß mal wieder kein Signal empfangen wurde.

Ich habe mich vor der Tour schwer damit getan, das Teil in die Tonne zu treten, aber während der Tour hat es sich gewissermaßen selbst für weitere Einsätze disqualifiziert und ich würde es am liebsten aus dem Fenster werfen und hoffen, daß ein Panzer drüberfährt.



Gestern im ICA Kvantum in Limhamn mußte man an der Fleischtheke eine Nummer ziehen. So wie im Amt. Ich zog die 004 und versehentlich auch die 005. Dachte ich so, daß sich die 006 freut, weil sie früher als gedacht drankommt. Als ich die Nummer zog bediente man gerade die 094. Und das wurde auch auf einer Leucht-Anzeige dargestellt. Keine Ahnung, ob nach 099 die 100 kommt und dann 001 wieder beginnt.

Ich schaute mir die Auslage an, weil ich noch Kamben haben wollte, was ich mir immer mit SpareRibs übersetzt habe. Dann fragte aber ein älterer Herr mit seiner älteren Dame etwas zu den verschiedenen Rippchenteilen, die dort ausgelegt waren. Und dann wurde ihm erklärt, daß der Unterschied zwischen Kamben und SpareRibs (es gibt also einen Unterschied) der sei, daß beim Kamben mehr Fleisch dran ist. Und das war der Moment, in dem ich mich entschied, erneut Kamben zu kaufen. Obwohl sie auch andere Sachen hatten, die alle sehr lecker aussahen.

Und dann entdeckte ich das halbe Hähnchen. Das wiederum frei zugänglich herumlag. Einem anderen älteren Herrn, der sich auch schon eine Nummer gezogen hatte, gab ich meine 004. Ich glaube, der hat sich gefreut. Nach mir waren schon einige dazugekommen. Man zieht sich seine Nummer, und das habe ich bei einer Frau so beobachtet, hat dann ja noch Zeit bis man dran ist und sucht sich derweil die anderen Dinge zusammen.

Ich habe gestern wieder diesen Scanner nicht benutzt. Ich frage mich wenn ich zum Beispiel Gebäckstücke kaufe, 1 kostet 10,90, 3 kosten 28 Kronen, wie scannt man das ein? Dreimal scannen und hoffen, der Scanner wird das erkennen oder die Kasse? Letzteres würde mir aber auch nicht helfen wenn es darum geht, zu ermitteln, wieviele Kronen ich bereits ausgegeben habe.

Aber grundsätzlich ist so ein Scanner wohl eine ganz gute Idee. Man muß ja nicht damit an die Kasse. Man kann ihn dann ja irgendwo auf dem Weg dahin in die Tiefkühltruhe legen oder bei den Saftflaschen. Huch! Das habe ich jetzt aber nicht gesagt.



In den ICA Stormarknad war ich natürlich wieder mit meiner orthopädischen Sonnenbrille hineingegangen. Sprich ich hatte nicht von Sonnenbrille auf Normalbrille gewechselt, was mir ständig passiert, daß ich das vergesse. Und da war dann so ein Typ, der eine Bierdose auf einen Tritthocker stellte und sich vom Acker machen wollte, und ich einfach nur dort hinschaute. Wahrscheinlich hatte der Blick mit der Sonnenbrille einfach nur gereicht, daß er völlig schuldbewußt diese Dose nahm und sie wieder dorthinstellte, wo sie hingehörte.

Und im WiLLY:S einen Tag später nimmt eine Frau einige Bierdosen aus einem Karton und wirft mit Folie um sich. Und da hat mein Blick ausgereicht, daß auch sie völlig schuldbewußt sämtliche Folie, die da lag, einräumte und in den Karton steckte.



In Nyhavn hat man angefangen, eine Brücke zu bauen. Für Fußgänger und Radfahrer. Die Rampen standen vor 3 Wochen schon. Und wenn die Brücke mal fertig ist spart man sich eine ganze Menge Wegstrecke. Man würde so recht schnell hinüber zur Oper kommen. Statt 2 Kilometer über die Knippelsbro nur 300 Meter über weitere, noch zu bauende Brücken. Das dürfte eine riesen Erleichterung werden.

Leider hat man es nicht geschafft, in den 3 Wochen die Brücke fertig zu stellen. Wenn ich in 5 Jahren wieder hier bin wird sie bestimmt fertig sein. Ich verstehe es nie, warum man für Baustellen immer so lange braucht. Aber ich bin auch kein Bauarbeiter und so mancher wird bestimmt sagen, daß das auch gut so ist.



Die Fähre ist die Deutschland und es tut mal wieder richtig gut, Deutsch zu sprechen. Ich hätte den Menschen an der DutyFree-Shop-Kasse fast totquatschen können.

Und den Weg nach Japan werde ich mir sparen. Ich finde das Land ganz interessant, aber ich muß ganz ehrlich sagen, daß mir die asiatischen Touristen so dermaßen auf den Sack gehen mit ihrer selbstgefälligen Art. Ich weiß nicht ob die das zuhause auch so machen oder nur im Urlaub. Sie gehen und sie stehen, wo sie wollen und nerven.



Ich kenne noch die Zeiten, wo man mit dieser so genannten Elefantenf*tze nach Kopenhagen gefahren ist. Diesem unglaublich häßlichen dänischen Zug mit der gewaltigen Gummilippenumrandung. Inzwischen fährt man anscheinend mit dem ICE.

Puttgarden, wir sind wieder da!



Direkt neben mir fuhr dann der ICE von der Fähre und es ist schon komisch wenn man 2 Meter neben einem Zug auf gleicher Ebene herfährt.



Erst wird man von der schleswig-holsteinischen Autobahnpolizei überholt, mit einem Blick über die Schulter, um zu kucken ob ich auch angeschnallt bin, was ich natürlich war, danach überholt ein dunkelblauer Passat Kombi mit Kennzeichen OH-G 6666 und schmeißt seinen ganzen Müll aus dem Fenster auf die Straße direkt vors Auto. Coole Sache das. Dreckschwein.



In der Nazizeit wurden ja eine Menge Autobahnen gebaut. Hier in Lübeck fährt man anscheinend noch auf einem Originalstück. So gut erhalten ist das, daß man es immer noch benutzen kann. Gut, man schlägt zwar ab und zu mit dem Kopf an das Wagendach und es rumpelt fürchterlich, aber ist doch toll, mal über solche historischen Straßen zu fahren.



Bevor wir uns das nächste Mal über irgendwelche WM-Länder lustig machen, die es kurz vor knapp schaffen, ihre Stadien fertig zu bauen, sollten wir uns mal vor Augen halten, wie lange es eigentlich bei uns dauert, bis mal 5 Kilometer Autobahn fertiggestellt worden sind. Es ist unfaßbar, daß nichts passiert. Es ist kein Mensch irgendwo zugange, es wird nicht gearbeitet. Über Wochen Straßen gesperrt und Staus. Das kann doch alles nicht angehen.



Ich habe nicht auf mein Navi gehört, das mir eine eigentlich ganz gute Route vorschlug. Ich war wieder schlauer und wählte eine Route, die mir persönlich besser gefällt. Die nur das Problem hatte, daß man dort kurz vor seinem Ziel 8 Kilometer im Stau stand.



Und um 12:32 bin ich wieder zuhause. Eine tolle, spannende, interessante und anstrengende Tour ist vorbei. Und wer mich bis hierher begleitet hat weiß was ich meine. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.


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